Wir gehen in das zweite Playoff-Wochenende, zu den sechs Siegern des vergangenen Wochenendes kommen nun die beiden Top-Seeds Denver und Seattle, die sich eine Bye-Week erspielt hatten.
Den Anfang macht am Samstag ab 22:30 Uhr die AFC, wenn die Broncos die Bills empfangen. Denver holte letztendlich mit 14 Saisonsiegen souverän den Titel in der AFC West und durchbrach damit die Dominanz der Chiefs in dieser Division. 13 der letzten 14 Spiele entschieden die Broncos für sich, aber neun davon endeten mit maximal sieben Punkten Differenz. Nun kommen also die Bills in die Mile High City: Buffalo konnte mit einer Energieleistung das Wild Card-Game bei den Jags mit 27:24 für sich entscheiden und damit erstmals seit 33 Jahren ein Playoff-Auswärtsspiel gewinnen. Das Ganze ist übrigens ein Rematch vom vergangenen Jahr als Buffalo in der Wild Card-Round Denver mit einem 31:7 zerlegte. Das wird aber nicht der Grund dafür sein, dass Denvers Favoritenrolle bei den Buchmachern kleiner ausfällt: Buffalo besitzt die stärkste Rush-Offense der NFL und das war das Rezept für die Colts und Chargers um früh in der Saison Denver zu schlagen. Was könnte dagegen sprechen? Die Bills kommen nicht fit nach Denver: Die WR-Garde ist verletzungsbedingt stark dezimiert und wie viel QB Josh Allen nach dem üblen Match in der Vorwoche noch im Tank hat weiß auch keiner so genau (er absolvierte aber das volle Trainingsprogramm). Sollte es Löcher geben wird Denvers Defense diese finden - Sacks produzierte sie quasi am laufenden Band.
Zur US-Primetime ab 02:00 Uhr kommt es zu einem schnellen Wiedersehen zwischen zwei NFC West-Rivalen, diesmal aber mit umgekehrten Heimvorteil: Die Seahawks sicherten sich in Week 18 mit einem 13:3-Auswärtssieg ihren Seed und keine zwei Wochen später empfangen sie nun die damals geschlagenen Niners. In Erinnerung geblieben ist die unfassbar starke defensive Performance, die die beste Offense der NFL komplett abmeldete. Ein Fragezeichen muss man jedoch bei der Offensive stellen: QB Sam Darnold musste mit einer Bauchmuskelzerrung das Training am Donnerstag abbrechen, will aber spielen. Und San Francisco? Während LB Fred Warner immer näher an sein Comeback herankommt (was aber am Samstag nicht der Fall sein wird) schmerzt das Fehlen von TE George Kittle, der sich letzte Woche einen Riss der Achillessehne zuzog. Letztendlich ist Seattle hier stärker favorisiert, erst recht vor dem eigenen Publikum.
Am Sonntag macht dann wieder die AFC den Anfang, wenn ab 21:00 Uhr die Pats es mit den Texans zu tun bekommen. Die beiden Teams sind die einzigen, die am letzten Wochenende klare Siege einfuhren: New England eliminierte die Chargers mit einem 16:3 und Houston feierte mit dem 30:6 in Pittsburgh den ersten Playoff-Auswärtssieg überhaupt. Und nun? Es wird sehr spannend zu sehen sein wie die Pats offensiv die Aufgabe angehen: Das Passing-Game ist sehr beliebt, könnte aber gegen die starke Defense der Texans schwieriger werden. Auf der anderen Seite müssen die Texans Ballgewinne umgehend nutzen, denn New England hat in der Vorwoche gezeigt wie man eklige Spiele für sich entscheidet. Übrigens: Mit einem Sieg würden die Texans wieder einen neuen Eintrag in ihre Franchise-Geschichtsbücher schreiben, denn man konnte bislang noch nie ein Spiel der Divisional Round gewinnen. Fazit: Vorteile für die Pats, die aber ein seit Anfang November ungeschlagenes Team nicht unterschätzen sollten.
Damit fehlt uns noch das zweite Spiel der NFC: Ab 00:30 Uhr stehen sich im Soldier Field die Bears und die Rams gegenüber. Anders als bei den beiden Teams aus dem eben erwähnten AFC-Match haben hier beide Teams wilde (höhö) Wild Card-Spiele hinter sich. Und nun muss auch noch mit dem Wetter gerechnet werden: Die Wettermodelle sagen aktuell Temperaturen unter dem Gefrierpunkt für den Kickoff vor und das könnte beiden Teams Probleme bereiten. Matthew Stafford hat noch nie ein Spiel absolviert in dem es zum Kickoff weniger als 20°F (etwa 6,7°C) kalt war, dazu trainierten die Rams unter der Woche bei sommerlichen Bedingungen in Kalifornien. Bei den Bears möchte man meinen, dass ihnen das Wetter gut passen könnte, aber das ist das Stichwort: Unter solchen Bedingungen sollte man das Rushing-Game etablieren und das war zuletzt unterirdisch. Letzteres könnte wohl mehr Gewicht haben als ein Fragezeichen wie sich Stafford präsentiert und das macht sich auch bei den Buchmachern breit, die die Rams trotz Auswärtsspiel deutlicher favorisiert sehen.
Die Divisional Round im Überblick (alle Zeiten MEZ):
Sa, 22:30 Uhr: #6 Buffalo Bills @ #1 Denver Broncos
RTL: Patrick Esume, Björn Werner, Markus Kuhn (Field Reporter)
DAZN: Christoph Stadtler, Nadine Nurasyid
US-Broadcast (CBS): Jim Nantz, Tony Romo
So, 02:00 Uhr: #6 San Francisco 49ers @ #1 Seattle Seahawks
RTL: Frederick Schulz, Adrian Franke
DAZN: Jaron Steiner, Filip Pawelka
US-Broadcast (FOX): Kevin Burkhardt, Tom Brady
So, 21:00 Uhr: #5 Houston Texans @ #2 New England Patriots
RTL: Patrick Esume, Björn Werner, Sebastian Vollmer (Field Reporter)
DAZN: Flo Hauser, Roman Motzkus
US-Broadcast (ESPN/ABC): Joe Buck, Troy Aikman
Mo, 00:30 Uhr: #5 Los Angeles Rams @ #2 Chicago Bears
RTL: Jan Stecker, Kasim Edebali
DAZN: Franz Büchner, Wanja Müller
US-Broadcast (NBC): Mike Tirico, Cris Collinsworth