Dann werfen wir mal einen Blick auf das letzte doch noch vollgepackte Wochenende dieser Season - mit sechs Spielen wird rein von der Anzahl her in den nächsten drei Tagen schon fast die Hälfte der Postseason (13 Spiele) durch sein.
Los geht’s am Samstag um 22:30 Uhr mit dem Heimspiel der Rams gegen die Panthers: Die Rams erkämpften sich in Week 18 den #5-Seed und gingen damit der Reise nach Philly aus dem Weg um nun in Charlotte klar favorisiert zu sein. Carolina profitierte letztendlich nicht nur von einem Three-Team-Tiebreaker, sondern auch von der sehr schwachen NFC South durch die ein negativer Record (8-9) zur Playoff-Teilnahme reicht. Aber eine Sache gilt es dennoch zu beachten: Das einzige direkte Duell der beiden Teams ging Ende November an gleicher Stelle an die Panthers!
Mit deutlich mehr Spannung wird das US-Primetime-Spiel ab 02:00 Uhr erwartet: Mit den Bears und den Packers sehen wir eine extrem alte Rivalry, die aber in der Postseason sehr selten stattfand: Genauer gesagt zweimal (1941 und 2011). Chicago beendete die Regular Season mit zwei Niederlagen nachdem man im Soldier Field kurz vor Weihnachten - natürlich - die Packers schlug, der letzte Sieg von Green Bay ist schon einen Monat her (danach vier Pleiten in Serie) und kam im Lambeau Field - natürlich - gegen die Bears.
Am Sonntag bekommen wir dann das letzte Frühspiel dieser Saison serviert, wenn ab 19:00 Uhr die Jags auf die Bills treffen. Jacksonville feierte in dieser Saison 13 Siege (darunter Erfolge bei den Broncos, gegen die Chargers und bei den Niners) und verdiente sich als Champion der AFC South ein Heimspiel gegen Buffalo, das durch die erstärkten Pats und eigene Patzer (Niederlagen in Atlanta und Miami) nun mit dem #6-Seed leben muss. Auf dem Papier ist Buffalo trotz eines Auswärtsspiels etwas favorisiert, wirkliche Quality-Wins sind aber bis auf den Auswärtserfolg in Foxboro Mitte Dezember nicht zu verzeichnen. Heißt: Es ist eher eine offene Ausgangslage und könnte ein guter Deal für die europäische Primetime sein.
Ab 22:30 Uhr geht der Blick dann nach Philadelphia, wo die Eagles auf die Niners treffen. Der Titelverteidiger hat eine etwas schwer zu greifende reguläre Saison hinter sich: Der Division-Titel war zu keinem Zeitpunkt fraglich, auch wenn man zwischendurch mit Pleiten bei den Giants und den Cowboys patzte (zuletzt schenkte man gegen die Commanders das Week 18-Spiel ab), aber man eben auch Siege gegen die Rams, bei den Packers und auch bei den Bills verzeichnen konnte. San Francisco auf der anderen Seite war der große Verlierer der Week 18: Mit einem Sieg hätte man die Bye-Week entspannt auf dem Sofa verbringen können, stattdessen unterlag man gegen die Seahawks und wurde noch von den Rams überholt. Zu unterschätzen sind die Niners dennoch nicht, denn die Rams und die Seahawks besiegte man im Laufe der Regular Season auswärts und leistete sich eigentlich keinen gröberen Patzer. Philly dürfte durch das Heimspiel favorisiert sein, aber ein Upset wäre jetzt m.E. auch keine ganz große Sensation.
Das Sunday Night Game (schon ab 02:00 Uhr) bestreiten die Pats und die Chargers. New England spielte eine so nicht zu erwartende sehr starke Regular Season in der man nur dreimal verlor (darunter ein Patzer in der Opening Week gegen die Raiders) und man Pech hatte, dass die Broncos auch so stark unterwegs waren - sonst wäre die Bye-Week drin gewesen. So muss man nun vor eigenem Publikum gegen die Chargers antreten, die schwer einzuschätzen sind: Sie gewannen früh in der Saison gegen Denver, setzte sich auch gegen die Eagles durch, aber verloren im Schlussspurt der Saison sowohl gegen die Texans als auch bei den Broncos und rutschten dadurch auf den #7-Seed und in dieses Duell ab. Fangen sie sich wird das eine interessante Angelegenheit, ist dem nicht so könnte das im schlimmsten Fall für den neutralen Zuschauer weniger spannend werden.
Im letzten Monday Night Game in dieser Season findet die Wild Card-Round in der Nacht auf Dienstag ab 02:15 Uhr mit dem Duell zwischen den Steelers und den Texans seinen Abschluss. Pittsburgh ist neben Carolina der andere Fall über den diese Tage wieder viel diskutiert wurde: Nein, es geht nicht um die Spielweise und das wahnsinnige Finish im letzten Sunday Night Game, sondern um das Playoff-Seeding: Die Steelers wurden mit zehn Siegen Champion der AFC North und haben nun Heimrecht gegen das Playoff-Team aus Houston, das zwei Siege mehr in der Regular Season verbuchte - ist das fair? Ich weiß es nicht. Aber gespielt wird nun natürlich trotzdem. Die Steelers sicherten sich ihren Platz durch einen starken Schlussspurt (4-1 in den letzten fünf Spielen, darunter beide Siege gegen Baltimore), verzeichneten tatsächlich einen Sieg bei den Pats (in Week 3), aber verloren halt auch bei den Burrow-losen Bengals und in der vorletzten Woche bei den Browns (wodurch das Endspiel gegen die Ravens erst ermöglicht wurde). Die Texans auf der anderen Seite kommen extrem formstark aus der Regular Season heraus: Houston ist seit neun Partien ungeschlagen (darunter Erfolge gegen die Jags, Bills und bei den Chargers), zuvor war man auch schon gegen die Niners erfolgreich. Die Tendenz ist hier also recht klar: Die Texans sind in ihrem ersten Wild Card-Round-Auswärtsspiel überhaupt (die ersten acht Spiele dieser Runde absolvierte man allesamt zuhause) in der Favoritenrolle.
Wie gewohnt hat man in den Playoffs die freie Auswahl: RTL im Free-TV und DAZN werden alle Spiele live übertragen, via GamePass (aktuell für einmalig 7,99€ erhältlich) bekommt man dann auch den Original-Kommentar der US-Broadcaster.
Die Wild Card-Round im Überblick (alle Zeiten MEZ):
Sa, 22:30 Uhr: #5 Los Angeles Rams @ #4 Carolina Panthers
RTL: Patrick Esume, Björn Werner, Sebastian Vollmer (Field Reporter)
DAZN: Christoph Stadtler, Wanja Müller
US-Broadcast (FOX): Joe Davis, Greg Olsen
So, 02:00 Uhr: #7 Green Bay Packers @ #2 Chicago Bears
RTL: Jan Stecker, Kasim Edebali
DAZN: Flo Hauser, Arik Bredendiek
US-Broadcast (Amazon Prime): Al Michaels, Kirk Herbstreit
So, 19:00 Uhr: #6 Buffalo Bills @ #3 Jacksonville Jaguars
RTL: Patrick Esume, Björn Werner, Markus Kuhn (Field Reporter)
DAZN: Franz Büchner, Nadine Nurasyid
US-Broadcast (CBS): Jim Nantz, Tony Romo
So, 22:30 Uhr: #6 San Francisco 49ers @ #3 Philadelphia Eagles
RTL: Jan Stecker, Kasim Edebali
DAZN: Martin Pfanner, Filip Pawelka
US-Broadcast (FOX): Kevin Burkhardt, Tom Brady
Mo, 02:00 Uhr: #7 Los Angeles Chargers @ #2 New England Patriots
RTL: Frederick Schulz, Adrian Franke
DAZN: Jaron Steiner, Roman Motzkus
US-Broadcast (NBC): Mike Tirico, Cris Collinsworth
Di, 02:15 Uhr: #5 Houston Texans @ #4 Pittsburgh Steelers
RTL: Mika Kaul, Jan Weinreich
DAZN: Chris Putz, Arik Bredendiek
US-Broadcast (ESPN/ABC): Joe Buck, Troy Aikman