Vor ein paar Tagen gab es Proteste u.a. der Gewerkschaft EVG gegen die Bahn, weil die E-Busse bei BYD bestellt hat. Das sei mangelnder Patriotismus, hieß es u.a.
Nun stellt sich heraus, dass der Rahmenvertrag mit BYD nur einen kleinen Bruchteil, nämlich 5 % der Gesamtbestellung der DB ausmacht. Es handelt sich dabei um kleinere Flotte elektrischer Überlandbusse, die BYD in Ungarn herstellt.
Insgesamt bestellte die Bahn per Rahmenverträge rund 3.300 Busse, überwiegend vollektrische, und das Hauptkontingent landete bei MAN in München. Nachrangige Rahmenverträge gingen an Zhongton aus China, Daimler-Buses, IVECO und Scania.
Ich wußte gar nicht, dass der VW-Konzern auch E-Busse herstellt. Macht er aber, und zwar in Brasilien, nämlich den e-Volksbus, der jetzt in Brasilien eingeführt wurde. Die ersten 100 Stück gehen jetzt nach Sao Paulo.
Ich muss mich insofern korrigieren, als der Konzern natürlich durch MAN und Scania durchaus Busse baut. Allerdings sind die im Artikel genannten Busse rein brasilianischen Ursprungs, werden dort auch gefertigt und laufen unter Volkswagen.
Großbritannien hält an seinen Null-Emissions-Zielen ab 2035 fest, im Gegensatz zur EU. Allerdings wird die ZEV-Regelung (zero-emission vehicle) ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen überprüft werden, also schon in 2026. Diese Regelung sah für 2025 einen BEV-Anteil an den Zulassungen von 28 % vor, es sind bislang aber erst 23 %. Hersteller, die das Ziel verfehlen, müssen Strafen zahlen. Die Höhe dieser Strafen hat die Regierung aber inzwischen ein wenig entschärft.
Zur Ankurbelung der Nachfrage hat die Regierung kürzlich den Electric Car Grant (ECG) eingeführt, der Subventionen von bis zu 3.750 Pfund für einige BEV vorsieht, um die Nachfrage weiter anzukurbeln.
Wichtig ist: Ab 2030 dürfen Benzin- und Diesel-PkW in GB nicht mehr verkauft werden, während Voll- und Plug-In-Hybride noch bis 2035 verkauft werden dürfen.
Der deutsche Tabak-Konzern Reemtsma stellt seine PkW-Flotte von 350 Fahrzeugen bis 2030 auf BEV um. Ausgewählt wurde nach einer 1-jährigen Pilotphase mit verschiedenen Modelle der Skoda Enyaq 85, der das neue Standard-Modell der Flotte werden wird.
Der europäische Automobil-Verband ACEA hat nun die Europa-Zahlen für den November bekanntgegeben und damit auch die Zahlen 2025 Jan bis November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die nachstehende Tabelle ist geordnet nach dem Anteil der BEV-Zulassungen an den Gesamt-PkW-Zulassungen des jeweiligen Landes. Was dabei schon länger auffällt ist, dass in den Ländern mit einem BEV-Anteil von über 30 % der Anteil zwar noch wächst, aber sehr moderat, als gäbe es dort eine Hürde bei dieser Größenordnung, ab der erst wieder eine neue Käufergruppe für die BEV gewonnen werden müsse.
In Norwegen steppten die Elche in 2025. Mit 176.555 neuen BEV auf den Straßen verzeichnete das Land einen Verkaufsrekord, der knapp 50 % über dem Vorjahr lag. Ein Markt mit fast 100 % BEV-Anteil. Was trieb die Zahlen in diese Höhe? Ganz einfach: Geld, besser gesagt die Steuer, die in 2026 wieder kommt: die Mwst. Bislang waren BEV bis zu einem Preis von 500.000 Kronen (rund 42.600 EUR) davon befreit. Diese Grenze sinkt in diesem Jahr auf 300.000 Kronen (rund 25.500 EUR). Also wurde noch schnell gekauft oder geleast, was gerade geht. Fast alle Marken und Konzerne haben davon profitiert, bis auf Renault, das die Rallye genauso wenig mitmachen konnte wie NIO. Aufgrund dieses Sondereffektes profitierte auch Tesla: Norwegen ist einer der ganz, ganz wenigen Märkte, wo man in 2025 den Absatz steigern konnte. So ganz ohne Schrammen ging das aber auch nicht: Der Marktanteil sank leicht um 1,1 % gegenüber 2024. Das lag am vergleichsweise schwachen Endspurt für die Marke, denn per Ende November lagen sie auch mit dem Marktanteil über Vorjahr, aber der Dezemberabsatz zeigte deutliche Schwächen. Hier das Ranking der Herstellergruppen und der Modelle:
Nun können wir in den einzelnen BEV-Märkten auf die Jahreszahlen blicken. Zunächst mal auf GB. Dort wurden in 2025 insgesamt 465.267 BEV neu zugelassen, ein Plus von 84.366 Einheiten bzw. 22,15 %. Ob sich die Quote der BEV an den Gesamtzulassungen im Dezember nochmal verbessert hat, muss später kommuniziert werden. Jedenfalls war sie bis einschl. November bei 22,7 % und damit höher als in D und im EU-Durchschnitt.
Eindeutiger Platzhirsch in GB war der VW-Konzern mit einem Marktanteil von 22,75 %. Betrachtet man nur die Marken, liegt Tesla trotz Absatzflaute mit 9,7 % Marktanteil immer noch vor VW mit 7,9 %.
Zu den Verlierern gehören Toyota, SAIC (die hatten mal knapp 10 % vom Markt), Mercedes und Tesla. Stellantis konnte seinen Absatz von 2024 gerade so wieder erreichen, BMW ihn ziemlich knapp übertreffen. Hier das Ranking der Hersteller-Gruppen:
Die Niederlande waren für den VW-Konzern kein einfacher Markt. Bis der Elroq kam. Im März/April erst richtig eingeführt, hat er sofort die Spitze bei den Zulassungen übernommen und damit den ganzen VW-Konzern gepusht. Die Verkaufszahlen für den ID.4/5 und den ID.7 gingen erst in der 2. Jahreshälfte so richtig ab. Am Ende des Jahres stand ein Plus für den Konzern von 131,75 % in den Büchern. Klar, dass das die Spitze im Ranking brachte. Und wer hatte das Nachsehen? Tesla natürlich mit - 44,6 % und auch Geely mit - 25,5 %. Aber auch die Welteroberer-Marke BYD schaute in die Röhre: - 25,5 % sind ein gehöriger Dämpfer in den Wachstumsambitionen. Wobei das sicher auch den EU-Zöllen geschuldet ist. Als letzten Loser muss ich Toyota outen: - 11,2 % auf ohnehin schon niedrigem Niveau sind beschämend für die Marke. XPeng wiederum konnte zwar um 7,8 % zulegen, aber der Verlust von Marktanteilen gegenüber 2024 trübt die Erwartungshaltung der Fans der Marke.
Bei Betrachtung dieser Zahlen muss man aber wissen, dass der BEV-Markt in NL um über 20 % gewachsen ist YoY auf 159.473. Hier das Ranking der Hersteller und der Modelle:
Der BEV-Markt in Spanien ist in diesem Jahr mal so richtig erwacht mit einer Steigerung um 78 % YoY auf 111.775 Einheiten. Dennoch ist der BEV-Anteil an den Gesamtzulassungen noch recht bescheiden und lag per Ende November bei gerade mal 8,65 %. Es ist also noch viel Luft nach oben.
Haben alle Hersteller zugelegt? Nein, und darunter sind prominente Namen: Tesla z.B. Der Noch-Marktführer hat seinen Vorjahres-Absatz knapp verfehlt mit - 3,9 %. Das klingt nicht tragisch, aber das wahre Drama verdeutlicht der Absturz beim Marktanteil von 25 % in 2024 auf 14,3 %. Tesla hat den Boom nicht mitmachen können. Und, was noch bemerkenswerter ist: Tesla wird wohl bald überholt werden dort, und zwar vom Welt-Marktführer BYD. Nur noch wenige Autos trennen die beiden. Und es kann noch schlimmer kommen, nämlich dass die weiteren Nachfolger im Ranking die Amerikaner überholen werden.
Für den VW-Konzern war es ein gutes Jahr mit einer Fast-Verdoppelung des Absatzes. In der ehemaligen Hochburg von Renault und Stellantis tat sich der Konzern immer eher schwer. Aber im neuen Jahr werden weitere Produktionsstätten fertig, und das speziell für das beliebte kleinere Segment. Man darf gespannt sein, wie sich das entwickelt.
Der Blick geht nach Dänemark. Das ist der Markt mit dem weltweit zweithöchsten BEV-Anteil an den Gesamtzulassungen von PkW. Per Ende November lag deren Anteil bei über 67 %. Skandinavien überhaupt ist der Vorreiter der E-Mobilität, keine Frage. Nachdem der BEV-Markt bereits im letzten Jahr stark gewachsen war, konnte 2025 noch mal um 27,9 % auf insgesamt 141.122 BEV zugelegt werden. Dabei gab es viele Gewinner, aber auch einige Verlierer. Für mich überraschend dabei: BYD mit einem Minus von 13,7 %. Die EU-Zölle wirken hier. Nicht überraschend: Tesla mit einem Minus von 42,4 %. Bei den Losern dabei auch Geely (- 29,1%) und Mercedes (- 10 %). BMW war auch ein Underperformer mit einer Zunahme von knapp 6 %.
Interessant ist die Performance von XPeng. Man hat eine vergleichsweise starke Marktposition, konnte auch zulegen (+ 9,5 %), aber das ist unterhalb der Marktentwicklung. Daher hat die Marke an Marktanteil eingebüßt, hält mit der Marktentwicklung also nicht Schritt, ähnlich wie BMW. Allerdings wirken auch für XPeng die EU-Zölle, und so gesehen ist die Entwicklung positiv einzuschätzen.
In Deutschland wurden im Dezember 54.784 BEV neu zugelassen, die zu einer Jahreszulassung von 545.142 führten. Das entspricht einer Steigerung um 43 %. Der Anteil der BEV an den Gesamtzulassungen stieg auf 19,1 %. Die CO2-Emissionen aller PkW sank in 2025 um 11,7 % auf 105,8 (Vorjahr 119,8 g/km).
Die Zahlen für die Hersteller, die nur BEV liefern, sehen so aus:
Weiter geht’s mit dem BEV-Markt in Schweden. Dort liegt der BEV-Anteil an den Gesamtzulassungen bei rund 36 %, entwickelt sich aber nur etwas zäh weiter. Die Zulassungen in 2025 liegen daher auch “nur” 6,65 % über denen von 2024 und stiegen auf 103.897 Einheiten. Nachdem die Zahlen für die Monate von August bis November unter Vorjahreniveau lagen, konnte der Dezember sie wieder leicht steigern. Tesla, SAIC und BYD sind hier die Loser, der Rest gewinnt. Das ist möglich, weil der Absturz von Tesla mit - 65,45 % am höchsten von allen von mir registrierten Märkten ist.
Ungewöhnlich auch: Meistverkauftes Automodell ist hier der ID.7 mit großem Abstand vor Teslas MY.
Hier sind nun die Details aus dem BEV-Markt in Deutschland, der mit 545.132 neuen BEV eine Steigerung von über 43 % verzeichnet. Der Marktanteil der BEV lag im Dezember zum 3. Mal in Folge über 20 % und war im Jahresmittel 19,1 %. Wegbereiter für den Markt war - wie wir alle anerkennen müssen - Tesla. Doch die Marke hat an Glanz verloren, in Europa, besonders aber in D und musste sich im letzten Jahr mit einem Marktanteil von lediglich 3,56 % begnügen. Neben Tesla verlieren Mercedes, Geely, SAIC und auch NIO. Letztere wandern auf niedrigstem Niveau bergab.
Der BEV-Markt in Italien entwickelt sich auch sehr dynamisch: 99.197 BEV in 2025 bedeuten eine Steigerung von 50,3 % gegenüber 2024. Der BEV-Anteil im Land liegt bei 6 %. Dabei musste Tesla seine Spitzenposition aus dem Vorjahr abtreten an Stellantis, der mit Fiat den Heimatmarkt dort bedient. Etwas fällt bei der Betrachtung der Zahlen direkt ins Auge: Leapmotor nämlich. Im Vorjahr zaghaft gestartet dort, vermelden die nun 7.020 Verkäufe und einen Marktanteil von 7,1 %. Alleine im November und Dezember wurden insgesamt 4.548 BEV von denen zugelassen. Eine Erklärung ist - neben der möglichen Attraktivität des Portfolios - der Umstand, dass Fiat mit 20 oder gar 25 % an Leapmotor beteiligt ist. Italien ist so ne Art Heimatmarkt für die, ein Fiat-Ersatz vielleicht. Was noch auffällt, das kein VW-Modell in den Top-20 auftaucht, sondern nur zwei Audi-Modelle und ein Porsche auf den hinteren Plätzen. Dennoch hat der Konzern dort marktgerecht performed und den Marktanteil leicht erhöhen können.
Zum Jahreswechsel kann man ja auch mal über den portugiesischen BEV-Markt berichten. Der BEV-Anteil ist dort in diesem Jahr mit knapp 23 % deutlich höher als im Nachbarland Spanien, wo er unter 9 % liegt. 25.827 neue BEV bedeuten ein Plus von 28,5 % gegenüber 2024. Auch hier musste der bisherige Spitzenreiter Tesla seinen Platz räumen für Stellantis. BMW hat hier ebenfalls eine traditionell starke Position, während der VW-Konzern sich traditionell etwas weiter hinten anstellen muss und sogar von BYD überholt wurde. Er steigerte seinen Absatz unterhalb der Marktentwicklung.
Auch in der Schweiz wächst der BEV-Markt, wenngleich etwas schweizerischer, nämlich gemächlicher als in einien anderen europäischen Märkten: um 18,4 % wuchsen die Verkäufe in 2025 auf 57.108. Platzhirsch ist - wie schon im Vorjahr - der VW-Konzern, dahinter konnte Tesla seine Position als 2. trotz eines signifikanten Rückgangs verteidigen.