Der Finanzminister auch nicht.
Meinen Bruder hat’s mit 44 erwischt. Auch wieder vollständig hingekommen , mit minimalen Einschränkungen. Das Alter sagt gar nix über die Wahrscheinlichkeit.
Hoffentlich hast du mehr daraus gelernt , als mein depperter Bro ![]()
Plötzlich kommt wieder „Unruhe“ in das fast schon beschlossene Rentenpaket.
CDU-Politiker haben gefordert, dass die „Rente mit 63“ [der Name ist mittlerweile falsch, aber hat sich halt so „eingebrannt“] beibehalten wird. SPD-Politiker, deren Kind ja eigentlich dieser Baustein ist, ziehen nach.
Und nicht verwunderlich, wenn dieser Baustein gekippt werden könnte, könnte ein Domino-Effekt entstehen, es wird z.B. wieder die Abschaffung der Minijobs angesprochen.
Ich bin bei beiden Massnahmen der Meinung, dass die Abschaffung falsch ist, denke aber, dass bei einer „Aufschnürung des Pakets“ tatsächlich aus der Rentenreform nur ein laues Windchen wird.
Sollen sie machen ich wandere eh aus bevor ich hier Rente beziehe.
Ich würde von der Beibehaltung der 45 Jahresregel ja profitieren, dennoch halte ich es für falsch an dieser festzuhalten.
Und jetzt mal was ganz verrücktes, jeder der heute unter 45 ist, dem sollte das ganze alles nicht streng genug sein was da beschlossen wird. Da wird es in der nächsten Rentenrunde, die dann tatsächlich die eigene Rente betrifft, eher ein besseres Ergebnis raus kommen als wenn man jetzt halbgare Sachen macht.
Es ist natürlich jetzt der ungünstigste Zeitpunkt für Diskussionen.
Und es ist auch richtig, dass an der Rente, den Rentenbedingungen, der Finanzierung etc. STARK geschraubt werden muß und es gibt halt auch grade die Aussage, dass wenn „das Paket“ wieder aufgeschnürt wird, dieses auch ganz schnell die Kraft verliert.
Von daher finde ich gerade das Verhalten der SPD vorbildlich, die die „Streichung der Rente mit 63“ unterstützt, obwohl es deren Kind ist. (Ja, jetzt, nachdem die Diskussion gestartet hat, kommen natürlich auch von SPD-Politikern Stimmmeldungen…)
Eventuell werde ich „der Letzte“ sein, der von der 45-jahresregel profitiert, weil gerade diskutiert wird, dass der 64 oder 65er Jahrgang wegen Bestandsschutz der letzte sein könnte der die Regel anwenden darf…
Da mein Jahrgang der Peak der Boomergeneration ist, sieht man auch, dass die Reform zu spät kommt. Der „Peak“ nimmt also alle Leistungen noch voll mit.
„Politisch“ würde ich die Massnahmen aber anders anpacken. Ich finde beides sehr sinnvoll eine leicht vorgezogene Rente für Personen, die sehr lange eingezahlt haben und auch die Minijob-Handhabung ist sehr sinnvoll. Ich halte mehr davon, die Bedingungen anzupassen.
Beim Minijob kann zum Beispiel die Wahlmöglichkeit gestrichen werden für den Minijobber, ob er die Leistungen für die Rente einzahlen will.
Und die 45 Beitragsjahre müssten bei einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit entsprechend angepasst werden.
das Thema MiniJoB könnte man relativ preiswert retten, indem man die Minijobs weiter zuläßt - ABER
- der Arbeitsgeber muss seinen Rentenanteil einzahlen. Für ihn wird es knapp 10% teurer, fertig.
- Den Mini-Jobbern würde ich eine Wahlmöglichkeit geben: ja oder nein, wenn ja vollen oder halben Beitrag?
Die meisten Minijobber arbeiten des Geldes wegen z.B. Studierende oder rüstige Rentner um leben zu können. Der Rentner muss nicht mehr in den Rententopf einzahlen, er bekommt seinen individuellen Anteil ja schon, der sich durch den Minijob nicht erhöht. Und der Studierende kann überlegen ob er jetzt schon vorsorgen will, denn die Studienjahre werden später nicht angerechnet.
Die Rentenkommission hat auch einen Vorschlag zur Altersteilzeit gemacht, der umgesetzt werden soll.
Und zwar soll das Blockmodell wegfallen und der frühestmögliche Eintrittstermin in die Altersteilzeit erhöht werden. Zweiteres ist halbwegs nachvollziehbar … würde ich aber eben auch an das Renteneintrittsalter koppeln. Wenn das Renteneintriettsalter steigt, dann muß derselbe Sprung auch für das Eintrittsalter zur Altersteilzeit gelten.
Schlimm finde ich allerdings den Vorschlag das Blockmodell abzuschaffen. 80% der ATZ-ler wenden dieses Modell an. Bei einer Laufzeit der Altersteilzeit von 6 Jahren kann man es mit dem Blockmodell auch so gestalten, dass man 3 Jahre arbeitet und 3 Jahre „frei“ hat, wobei man über die ganzen 6 Jahre (also auch für die Zeit wo man noch voll arbeitet) reduzierte Bezüge bekommt.
Ich habe mich vor einigen Jahren verständlicherweise viel über ATZ informiert und überall die Antwort bekommen, dass diese eine reine Leistung des Arbeitgebers wäre und der Staat nichts dazugibt. Wareum sagt jetzt die Rentenkommission dass man dadurch Geld sparen würde?
Das heißt, man arbeitet 3 Jahre 100% und dann 3 Jahre 0% - während man 6 Jahre 50% seines ursprünglichen Gehalts bezieht?
Dann wäre man nach meinem Verständnis erst nach Abschluss der 6 Jahre offiziell Rentner, oder? Wenn man als Rentner arbeitet, zahlt man auf dieses Einkommen nämlich keine Rentenversicherung. Das wäre der einzige Punkt, der mir hier in den Sinn kommen würde - wäre dann aber nicht zutreffend, wenn ich das Blockmodell richtig verstanden habe.
Also man zahlt bei 50% natürlich weniger in die Rente ein. Aber das gilt ja unabhängig davon, ob man 6 Jahre 50% arbeitet oder nach dem Blockmodell - daran kanns kaum liegen.
Hab mal geschaut. Aus dem Bericht der Kommission:
Altersteilzeit im Blockmodell soll nicht länger ermöglicht werden, um
Frühverrentungsanreize zu verringern und so zusätzliche Beschäftigungspotenziale
von Älteren zu sichern.
Und weiter
Einschränkungen bei der Altersteilzeit schränken die Privatautonomie der
Arbeitsvertragsparteien und der Tarifpartner ein. Dies ist jedoch durch die
Verbesserung der Erwerbsbeteiligung Älterer und einer möglichen Entlastung
der Sozialversicherungen gerechtfertigt.
Die Abschaffung des Blockmodells kann die Erwerbsbeteiligung älterer
Arbeitnehmenden steigern und wirkt damit dem Fachkräftemangel entgegen.
Wenn man mich fragt, absoluter Humbug. Die Argumentation ist also, wenn jemand die 6 Jahre 50% arbeitet, arbeitet er danach eher noch weiter und entlastet so die Rentenkasse. Ja, klar. ![]()
Also wie ich gedacht habe ein klarer Hinweis, dass die Rentenkommission nicht nur die Kosten in den Griff bekommen will, sondern dass „nebenbei“ die Interessen der Wirtschaft (oder Arbeitgeber) durchgesetzt werden sollen.
Find ich ne echte Sauerei.
(Vor allem, dass die SPD das mitmacht)
Zur Altersteilzeit: Blockmodell:
ja, bei 6 Jahren kann man 3 Jahre 100% arbeiten danach 3 Jahre 0 % arbeiten, bekommt aber je nach Tarifgebiet und Konzernvereinbarung in den 6 Jahren 50%+X Gehalt. Nach 6 Jahren ist man dann i.d.R. Rentner.
Einige „clevere“ Menschen haben früher an die 6 Jahre ATZ noch 2 Jahre Arbeitslosigkeit dran gehängt (berechnet vom Vollzeiteinkommen!) und sind so zu Lasten der Allgemeinen Solidargemeinschaft noch 2 Jahre früher aus dem Job ausgestiegen…
Ob du nun nur 50% in die Rente einzahlst hängt vom Verdienst ab, liegst du unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze hast Du Recht, liegst du darüber ist der Abschlag geringer bis evtl. gar nicht mehr vorhanden.
Ich kann mich erinnern, dass früher die Vereinbarungen so aussahen, dass der Arbeitgeber (Konzerne) die Zahlungen an die Rentenversicherung aufgestockt hat, sodass die ATZler den gleichen Rentenanspruch erwirtschaftet haben wie wenn sie die ATZ-Zeit komplett Vollzeit weiter gearbeitet hätten…