National Football League (NFL)

Wir haben den Super Bowl Sunday erreicht! Im kalifornischen Santa Clara, dem Levi’s Stadium und damit der Heimstätte der Niners, treffen heute die Patriots und die Seahawks aufeinander. Wer schon ein paar Tage mit dabei ist wird sich an das letzte Duell der beiden Teams auf der größten Sport-Bühne der Welt erinnern: Vor elf Jahren setzte sich New England in einem hochdramatischen Finish in Phoenix durch. Doch die heutige Partie sollte davon unbeeindruckt sein, es stehen ja vollkommen andere Teams auf dem Feld. Wir haben auf der einen Seite den AFC-Champion aus Foxboro, der dann doch recht überraschend hier gelandet ist: New England profitierte von einem verhältnismäßig einfachen Schedule in der Regular Season und war auch in den Playoffs insgesamt vorteilhaft unterwegs (die Texans zerlegten sich mit Turnovers selber, die Broncos vermissten ihren Starting-QB schmerzlich), aber es gehört auf der anderen Seiten auch etwas zu um einen der wildesten Turnarounds der NFL-Geschichte zu schaffen: Vor einem Jahr saß man nach nur vier Siegen in der Regular Season schon lange zuhause auf dem Sofa. Auf der anderen Seite haben wir die Seahawks, die im letzten Sommer Sam Darnold aus Minnesota holten, vieles umstellten und damit den nächsten großen Schritt machen wollen. Das hat bisher ausgezeichnet funktioniert: Man holte sich in der wohl härtesten Division der kompletten NFL (drei Teams mit mindestens zwölf Siegen) den ersten Platz, demontierte dann die überforderten Niners in der Divisional Round und setzte sich auch im „vorgezogenen Super Bowl“ gegen die Rams durch. Bei der Vorgeschichte ist es wenig verwunderlich, dass die meisten US-Experten auf einen Seahawks-Sieg setzen und sie auch bei den Buchmachern verhältnismäßig deutlich vorne liegen (+4,5 mittlerweile). Doch der Super Bowl ist wie wir in den letzten Jahren schon häufig gesehen haben eine ganz andere Bühne, die sowohl zum Vor-, aber auch zum Nachteil werden kann. Wie werden die Teams eingestellt? Wie sieht es mit der Nervenlage aus (Maye leistete sich in den Playoffs klar mehr Patzer als in der Regular Season, Darnold schleppt eine persönliche Sieglos-Serie gegen die Pats mit sich herum)? Und was auch ganz wichtig sein wird: Welche Schlupflöcher haben sich die Offensiv-Abteilungen herausgepickt? Hier bin ich mir ehrlich gesagt unsicher: Die Seahawks haben das Potenzial das Spiel zu bestimmen und sich auch mit mehr als einem Touchdown Differenz durchzusetzen, aber die Line der Buchmacher mit 45,5 Punkten kommt mir bei den beiden Defenses etwas zu hoch gesetzt vor. Ich persönlich drücke ganz fest den Seahawks die Daumen: Seattle ist eine absolut sportbegeisterte Stadt, die Fans fallen in allen Sportarten - egal ob Football oder Baseball - durch eine enorm starke Unterstützung ihrer Teams auf und sie haben es sich m.E. absolut verdient einen großen Titel feiern zu dürfen.

Der Referee sollen auch erwähnt werden: Mit Shawn Smith haben wir hier einen Super Bowl-Debütanten, er ist seit 2015 in der Liga und seit 2018 als Referee aktiv.

Kommen wir zum Mainstream-Part, also dem Teil weshalb man die meisten Quereinsteiger einsammelt: In der Halftime-Show wird diesmal der Künstler Bad Bunny auftreten, Charlie Pooth wird die Nationalhymne singen, Brandi Carle übernimmt „America the Beautiful“ und von Julian Ortiz und Coco Jones wird „Lift Every Voice and Sing“ übernommen. Im Vorfeld der Partie wird zum Super Bowl Jubiläum (es ist Nummer 60) die Band Green Day zu sehen sein.

Wie schon in der gesamten Postseason lässt sich die Partie live im Free-TV bei RTL oder im Pay-Stream bei DAZN verfolgen, eine weitere Alternative ist natürlich der Game Pass. RTL beginnt um 23:15 Uhr mit der Live-Coverage, DAZN fängt eine Viertelstunde früher an und bietet wie schon vor zwei Wochen zusätzlich zum deutschen auch den US-Originalkommentar von NBC an.

Auf ein hoffentlich spannendes Spiel, denn denkt daran: Ab morgen fängt eine siebenmonatige Durststrecke an bis die 2026 Season startet!

Super Bowl LX (MEZ):
00:30 Uhr: Seattle Seahawks vs New England Patriots
RTL: Patrick Esume, Björn Werner, Markus Kuhn, Sebastian Vollmer
DAZN: Christoph Stadtler, Nadine Nurasyid, Roman Motzkus, Jakob Johnson
US-Broadcast (NBC): Mike Tirico, Cris Collinsworth

1 „Gefällt mir“

Ich verfolge es ja deutlich weniger. Seit dem Wechsel zu RTL und mit Nachwuchs einfach nicht mehr möglich. Freut mich aber, dass die Seahawks das Ding wohl hoffentlich holen werden.

Gar kein Hype seit Ewigkeiten. Mag beide Teams nicht und wird meiner Meinung nach sehr einseitig Richtung Seahawks gehen.

3-0 Seahawks

Ging schnell.

Kannste schon ausmachen. Ist durch.

Zieht sich.

Schlafe fast ein so langweilig ist das

Patriots kriegen ja noch weniger gebacken als ich erwartet habe

9-0 das war’s. Mehr als nen Touchdown machen die niemals mit ihren Raupen Offensive.

Halbzeit-Show passt zum Spiel

12-0. Patriots werden keine Punkte mehr machen heute.

Jetzt hilft nur noch Brady einwechseln.

Touchdown Seahawks. 19-0. Suppa suppa

Flitzer das Highlight des Tages

Touchdooooown Patriots. 19-7!

Ich bräucht noch nen Touchdown von Walker.

Sehr geil Seahawks

Ja, es hat sich leider mal wieder bestätigt: Der Super Bowl ist keine Garantie für eine spannende und attraktive Partie. Am Ende muss man sich fragen wo die Pats-Offense mit ihren Gedanken war, in Santa Clara wurde sie vom eigenen Team jedenfalls schmerzlich vermisst. Beide Teams dominierten mit ihren Defenses über weite Teile des Spiels: Die Pats-Defense versuchte so gut es geht ihr Team im Spiel zu halten, die Seahawks auf der anderen Seite nutzten die Schwachstellen fast über das komplette Spiel hinweg gnadenlos aus: Da die Pass-Protection der Pats kaum vorhanden war sah sich QB Drake Maye immer wieder einer Wand aus blau gekleideten Spielern gegenüber, die ihn auch regelmäßig stoppten - er ist nun auch der Quarterback mit den meisten kassierten Sacks in einer Postseason. Maye hatte immer wieder kaum Zeit für ein Play, sah sich einem riesigen Druck ausgesetzt und so kam es immer wieder zu Fehlern und anschließenden Punts. Fairerweise muss man sagen, dass es auf der anderen Seite erstmal nicht viel besser aussah: Den Unterschied machte hier der später zum MVP gewählte RB Kenneth Walker III (27 carries for 135yds), der mit seinen Stichen die Seahawks überhaupt erst in FG-Positionen brachte. Hier ließ sich Seattle-Kicker Jason Myers nicht zweimal bitten: Mit fünf verwandelten Field Goals stellte er einen neuen Super Bowl-Rekord auf, durch seine Punkte gingen die Seahawks mit einem 12:0-Vorsprung ins Schlussviertel. Wer zu diesem Zeitpunkt keinen Pfifferling mehr auf diese Partie gab und schlafen ging wurde insofern bestraft, dass man diese letzte Viertelstunde noch als das attraktivste in dieser Partie bezeichnen könnte. Angefangen hatte es allerdings mit einer Kontroverse: An der Seitenlinie gab’s eine wilde Auseinandersetzung, die mit Schubsereien, Griffen in die Face Mask und sogar Faustschlägen über die Bühne ging, aber kurioserweise überhaupt keine Konsequenzen hatte. Wie auch immer: Die Pats, mittlerweile mit 0:19 hinten nachdem es die Seahawks hinbekamen den ersten Touchdown der Partie zu scoren (ausgerechnet durch AJ Barner, der wohl nicht einmal auf einer geplanten Route unterwegs war), schienen jetzt wachgerüttelt zu sein: Maye ging mit langen Pässen das erhoffte Risiko, fand in dem Drive tatsächlich auch zwei Empfänger - Mack Hollins scorte per Touchdown zum 7:19. Doch die Pats-Fans sollten danach wieder in der puren Enttäuschung versinken: Die schwache O-Line machte dem bemitleidenswerten Maye das Leben wieder schwerer, es wurden gleich zwei bittere Interceptions produziert und diesmal waren die Seahawks zur Stelle: Als man mit dem FG von Myers die Tür noch halbwegs offen ließ wurde mit dem 45-yd-Interception-Return-TD von Uchenna Nwosu endgültig der Deckel drauf gesetzt - daran änderte auch ein weiterer Touchdown der Pats (7-yd-Pass von Maye auf Rhamondre Stevenson nichts mehr. Die Seahawks gewinnen den Super Bowl LX völlig verdient mit 29:13 und krönen sich damit zum zweiten Mal nach Super Bowl XLVIII zum Champion und nehmen damit erfolgreich Revanche für die bittere Pleite von vor elf Jahren. Und die Patriots? Sie verloren bei ihrer zwölften Super Bowl-Teilnahme (klarer NFL-Rekord, kein anderes Team kommt auf mehr als acht) zum sechsten Mal womit man hier nun alleiniger Negativ-Rekordhalter (vor den Broncos, die auf fünf Pleiten kommen) ist.

Super Bowl LX:
Seattle Seahawks vs New England Patriots 29:13

Und damit endet diese Saison und wir gehen in eine lange Durststrecke bis am 10. September 2026 höchstwahrscheinlich mit einem Heimspiel des neuen Champions in Seattle die 2026 Regular Season beginnt. Die Playoffs starten am 10. Januar 2027, für den Super Bowl LXI geht’s dann erneut nach Kalifornien: Das große Spiel steigt am 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood. Vorher sollte man sich im Kalender u.a. die Draft notieren, die vom 23. bis zum 25. April 2026 in Pittsburgh stattfinden wird.

1 „Gefällt mir“

Ich habe die Patriots doch stärker eingeschätzt und war über die Performance deren Offense und speziell ihre O-Line überrascht. Seattles Defense war sehr dominant und ließ den Patriots kaum Luft zum Atmen, die bestenfalls solide Offense hat wenigstens Turnovers vermieden und den Ball zumindest in einigen Drives bewegt. Als Fan starker Defenses hatte ich Spaß und im Endeffekt hat für mich die “richtige” Franchise gewonnen. Auch schön, dass seit 1998 erstmals wieder ein Runningback MVP geworden ist.