Muss man international zu deutschen Klubs halten?

Es gibt hier in Deutschland viele Fans, die in der Bundesliga und im DFB-Pokal dem FC Bayern möglichst viele Niederlagen wünschen, aber in der Champions League auf einmal dann hoffen, dass sie gewinnen. Natürlich gibt es auch Fans, die auch dann hoffen, dass Bayern verliert, aber ich kenne kaum welche. Und das Leben für solche, die auch im internationalen Wettbewerb an ihre Prinzipien festhalten und an Antipathien/Sympathien festhalten, ist nicht immer einfach. Man kann manchmal “an den falschen geraten”.

Was ist Eure Meinung?

Muss man international zu deutschen Vereinen halten?

Meine Meinung: Klares nein!

Wenn ich gegen einen Verein eine richtige Abneigung habe, ändert sich das nicht, nur weil der Wettbewerb international ist und der Verein gegen Paphos FC oder Beitar Jerusalem (willkürlich gewählte Beispiele) spielt.

Ich habe gegen diese Vereine eine Abneigung: Natürlich gegen den FC Bayern, aber auch tatsächlich gegen den SC Freiburg, gegen RB Leipzig, aufgrund der Rivalität auch gegen Werder und St. Pauli und gegen Union!

Wenn diese Vereine im europäischen Wettbewerb spielen oder spielen würden, wäre ich aus Prinzip für den Gegner. Für mich ist es einfach nur konsequent.

Wenn der BVB oder Bayer 04 Leverkusen oder Eintracht Frankfurt etc. spielen, kann ich ihnen hingegen durchaus die Daumen drücken. Aber: Wenn die Frankfurter in der Ligaphase der CL auf den FC Liverpool treffen, dann drücke ich den Liverpoolern die Daumen. Das ist mein “Sympathieverein” in England. Wenn die Glasgow Rangers auf einen Klub aus der Bundesliga treffen, bin ich ebenfalls für die Glasgower. Das sind meine zwei Sympathieverein. Nur wenn sie auf den HSV treffen würden, wäre es natürlich was anderes^^

Letztes Jahr, vor Weihnachten, hatte eine Grundsatzdiskussion mit dem Vater von meinem Mitbewohner. Beide sind Fans von Hannover 96. Als ich sagte, dass der HSV eine Fanfreundschaft mit den Glasgow Rangers hat, kam der Vater auf einmal darauf zu sprechen, dass er von solch internationalen Fanfreundschaften nichts hält und er international immer zu deutschen Klubs halten würde. Für ihn war es, wenn ich es richtig verstanden habe, unlogisch, dass ich international Liverpool und den Rangers die Daumen drücke und bestimmten Bundesligisten international nicht einmal den Dreck unterm Fingernagel gönne, aber im Nationalmannschaftsfußball Deutschland die Daumen drücke. Ich sagte dann, dass es in Dänemark viele HSV-Fans gibt (der HSV hat in DK zwei oder drei registrierte OFCs), doch dies relativierte er damit, dass der dänische Fußball nicht so gut sei. Und als ich sagte, dass bei der Nationalmannschaft um “Heimat” geht (ein dänischer HSV-Fan hält in der Regel trotzdem zur dänischen Nationalmannschaft), kam er damit an, dass es im Vereinsfußball auch um Heimat gehe. Aber wieso gibt es hier in Ostwestfalen und in Lippe dann eigentlich viele, die keine Anhänger von Arminia Bielefeld oder dem SC Paderborn sind?

Jedenfalls konnte er meiner Haltung, nicht unbedingt deutschen Klubs die Daumen zu drücken, nichts abgewinnen. Aber ich wiederum kann seiner Haltung auch nichts abgewinnen. Ich habe klare Prinzipien. Und die heißt: Ich unterstütze in einem internationalen Spiel nur die Mannschaften, die ich mag. Und wenn ich eine Mannschaft nicht leiden kann, ist es mir egal, ob sie deutsch oder französisch oder spanisch ist, dann hoffe ich, dass sie verliert. Und wenn ich sie mag, dann wünsche ich mir, dass sie gewinnt.

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geht mir genauso

Das auch mein Prinzip und deshalb können die Bayern von mir aus jedes Spiel verlieren. Ich lass mir auch ungern was diktieren. Ich mag Rapid Wien und Schalke nicht. Warum sollte ich mir das von den Ultras vorgeben lassen, wen ich zu mögen habe? Ich sympathisiere mit Dortmund und der Austria.

Aber eigentlich gibt es für mich nur mit den Bayern so einen richtigen Anti-Verein. Für andere kann ich mich freuen, wenn die richtig tollen Fußball spielen. Würde Schalke jetzt wieder Champions League spielen und durch eine tolle Art und Weise die Spiele führen, würde ich mich für die auch freuen.

Dito.

Man muss bestimmt gar nichts.

Wenn ich ein Team nicht mag, bin ich höchstens dieses, wenn ich den Gegner noch weniger sympathisch finde.

Ein Team in Deutschland gibt es allerdings, da finde ich kein unsympathischeres Team in Europa :wink:.

Niemand muss, ich tue es. Es sei denn, da gibt es eine Underdog Geschichte. Dann bin ich für den klaren Außenseiter, der sich über unerwartete Leistung in die Herzen gespielt hat.

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Ich helfe immer zum mir sympathischeren Verein. Das ist erfahrungsgemäß meist gerade nicht der deutsche.

Ich halte erstmal zu keinem Team, so fünf Minuten vor Schluss halte ich dann zu dem, welches gewinnt. Bei Remis zu dem was weniger gefoult hat.

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Ich halte nicht zu jedem deutschen Verein in den internationalen Wettbewerben. Wenn mir ein Verein schon im Liga-/Pokal-Alltag unsympathisch ist ergibt sich für mich kein Grund diese Einstellung nur zu ändern, weil dieser gegen einen Verein aus einem anderen Land spielt.

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Ich halte tendenziell zu den deutschen Klubs. Ist halt gut für die Liga und damit für uns alle, wenn ein Bundesligist möglichst gut abschneidet.

RBL allerdings ist außen vor. Die basieren auf Betrug. Geht ja schon aus dem gemogelten Namen hervor.

Hoffenheim ist zwar auch grenzwertig, aber andere Klubs in Europa nicht minder.

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Ich bin 24/7 Schalker.
Mehr gibt’s nicht zu sagen, weil danach kommt gaaaanz laaaaange nix … irgendwann durch meine Vita bedingt etwas Sympathie für Bochum. Im Ausland bin ich aufgrund meiner Wurzeln für Benfica Lissabon, andere Ligen verfolge ich nur halbherzig/ mit einem Auge.

Spielt Schalke nicht, gilt der Grundsatz: möge der Bessere gewinnen, nicht der Glückichere, nicht der vom Schiri begünstigte.

Ich bin da auch geteilter Meinung….

Natürlich ist es für den deutschen Fußball gut, wenn deutsche Mannschaften im internationalen Geschäft weit kommen, jedoch kann ich mich nicht von heute auf morgen für einen weiteren deutschen Verein begeistern, welcher mir halt einfach nicht sympathisch ist. Die Antisympathie bleibt halt auch im international Geschäft bestehen.

Gerade im internationalen Fußball finde ich ebenfalls andere Vereine sehr interessant.

Ich denke, jeder muss diese Richtung für sich selbst entscheiden, hier gibt es kein Richtig oder Falsch :slight_smile:

Du hast also 2010 als Werder-Fan auch dem HSV in der Europa League die Daumen gedrückt? :smiley: Oder wie darf ich das verstehen?

Damals habe ich auch Werder international unterstützt. Aber ich war damals auch ein Teenager. Heute wäre es für mich undenkbar.

Selbstverständlich den HSV wollte ich selber raus kicken :joy:

@Jogom

Wusste gar nicht, dass Du Werder-Fan bist. Für mich wäre es heutzutage ein NoGo, Werder (international) die Daumen zu drücken. 2010 war ich 15, damals war es noch anders. Heute bin ich 30 Jahre. Und als ich 15 war, war ich noch kein richtiger HSV-Fan, erst ab dem 16. Lebensjahr ging es los.

Ich habe rein gar nichts gegen den HSV und halte auch von Aussagen wie, dass man dann beispielsweise kein richtiger Werder Fan sei, überhaupt nichts.

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@S.Men

Ich meine es wirklich ernst, wenn ich sage “Vielen Dank für die Blumen”. Ich denke aber mit “Ich habe rein gar nichts gegen den HSV” bist Du unter Werder-Fans wohl in der Minderheit. Und umgekehrt genauso.

Ich lese viel im Werder Forum und auch dort haben viele eine ähnliche Einstellung wie ich. Ob jetzt die Mehrheit den HSV hasst oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Ich bin Fan meines Vereins und nicht der Hater anderer Vereine. Das würde gar nicht mit meiner Lebensauffassung einhergehen.

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@S.Men

Ich wäre ja gerne einer, der nicht unbedingt ein “Hater” ist. Nur: Fällt mir schwer, wenn andere mit Häme und Missgunst nicht sparen. Ich überlege es mir beizeiten mal.