Autonomes Fahren

Ja. Siehe Artikel.

1 „Gefällt mir“

Was wer hätte verhindern können, ist zwar immer spekulativ. Ich bin aber der Meinung, dass das System natürlich klar Erhebungen auf der Straße erfassen muss. Da gibt es für mich überhaupt keine Alternative, das wäre mit die Basis.

Genau. Die Basis. Das getroffene Teil war ziemlich groß. Der Beifahrer hat es frühzeitig gesehen, wie man im Video erkennen kann. Da wäre noch Zeit zu einer angemessenen Reaktion gewesen.

Das Versprechen von Musk für die autonome Reise von Küste zu Küste ist von 2016, das angepeilte Jahr 2017. Und noch immer werkeln die rum.

In Austin fahren 12 Robotaxis in einem genau begrenzten und relativ kleinem Gebiet, ohne kritische Kreuzungen, nicht bei schlechtem Wetter und auch nicht nachts. Und immer mit einem Kontrolleur auf dem Beifahrersitz, der zur Not eingreifen kann. Und, was soll man sagen: 3 Unfälle hat es gegeben, bei denen ein Mensch verletzt wurde und die Fahrzeuge nicht mehr weiterfahren konnten.

Hat das eine besondere Relevanz? Menschen am Steuer verursachen auch Unfälle. Das programmierte selbstfahrende Autos auch welche verursachen, finde ich wenig überraschend.

Überraschend ist das in der Tat nicht. Die übertriebene Technikgläubigkeit sollte aber vorerst keine weiteren Unfälle verursachen.

Das hat eine Relevanz, weil es nur 12 Fahrzeuge sind, die dort unter speziell günstigen Bedingungen ausschließlich bei Tageslicht, nicht im Stadtkern und nur für einen ausgewählten Personenkreis unterwegs sind.

Statistisch gesehen macht ein Autofahrer alle rund 700.000 km einen Unfall. In Austin fahren die paar Teslas seit 2 Monaten mit einer sehr überschaubaren Fahrleistung, und das auch noch überwacht. 3 sind jetzt schon kaputt.

Waymo betreibt in den USA in Los Angeles, St. Franzisko und anderen Metropolen mit einer Flotte von über 1.000 Autos seit Jahren einen voll autonomen Fahrdienst. Die haben aber Lidar, Radar etc. an Bord und verlassen sich nicht nur auf Kameras wie Tesla.

Nur mit Kameras zu arbeiten, halte ich auch für den falschen Ansatz. Das ist so ein wenig wie die Umsetzung des VARs im Fußball. Gute Idee, schlecht umgesetzt.

Autonomes fahren müsste meiner Meinung nach kooperierendes fahren heißen. Sprich: das Auto besitzt Karten und jegliche mögliche Informationen zur Umgebung. Ist auf das Ampelsystem geschaltet und kommuniziert mit allen anderen Autos in der Umgebung, damit eine Vorhersehbarkeit herrscht. Nur so können auch alle Autos gleichzeitig an der Ampel losfahren, wenn es grün wird. Nur so kann ein Reißverschlussprinzip funktionieren, ohne dass ein Stau entsteht. Nur so können einwandfrei Rettungsgassen geschaffen werden. Und so weiter.

Ich würde mir wünschen, dass Deutschland hier eine führende Rolle einnimmt. Der Markt wäre möglich. Es müsste ein übergeordnetes bzw ganzheitliches Konzept dafür geben, das die gesamte deutsche Autoindustrie gemeinsam mit der Regierung umsetzt. Und wenn wir das erste Land wären, in dem das autonome fahren funktioniert, hätte das auch für unsere Industrie einen großen Vorteil.

1 „Gefällt mir“

Dem stimme ich zu 100% zu. Statt dem fehlerbehafteten Wahrnehmungssystem des Menschen nachzueifern sollten die Möglichkeiten der Technik und der Kommunikation genutzt werden. Position, Geschwindigkeit und Ziel der Bewegung anderer Verkehrsteilmehmer kann über Funk und Internet besser, schneller, umfangreicher und genauer übermittelt werden, als eben nur “visuell”.

Das einleuchtendste Beispiel für mich ist da die Situation auf der Autobahn, wo ein Auto, welches zu einem Bremsvorgang gezwungen wird, automatisch diese Information an die hinter ihm fahrenden Autos weitergeben kann - noch lange bevor Kameras oder andere Sensoren diese Situation überhaupt erfassen und danach auswerten können. Massenunfälle sollten so weitgehend unmöglich werden.
Positives Anwendungsbeispiel kann die Angleichung von Geschwindigkeiten in einer “Kolonne” sein. Eine Menge Staus könnten vermieden werden.

Notwendig hierfür wäre aber für mich der Start eines Projekts auf (mindestens) EU-Ebene (natürlich unter Mitwirkung der Autohersteller) , damit Sprache und Kommunikationswege zentral definiert werden.

1 „Gefällt mir“

Derartige Szenarien werden ja auch schon durchgespielt. Doch der Zeithorizont dürfte so lang sein, dass wir ein solches System nicht mehr erleben werden. Ich schon gar nicht, und darüber bin ich echt nicht unglücklich.

Aus dem Bauch heraus würde ich die Frage, welcher Staat bzw. Staatengemeinschaft als erstes das von @S.Men und @cefix beschriebene Überwachungs-, Kommunikations- und Regel-Netzwerk einführt, beantworten mit: China. Die erfüllen ja fast schon jetzt über die Überwachungsinfrastruktur, die zwar jetzt überwiegend zur Disziplinierung der Bürger genutzt wird, aber sicher schnell angepasst und erweitert werden kann. Zudem wird das dann nicht durch alle Parlamente weichgespült wie in einer Demokratie, sondern schlicht verordnet. Aber auch dort würde die tatsächliche Umsetzung einen langen Atem benötigen.

Der Hauptgrund dafür ist gefühlt aber, dass dieses Land die Führungsposition bei der Entwicklung und Verbreitung der E-Mobilität weltweit einnimmt oder schon eingenommen hat. Und die E-Fahrzeuge sind am besten geeignet für die digitale Steuerung und das autonome Fahren.

Noch aber bestimmen hier wie dort Verbrenner-Alt-(und Neu-)Fahrzeuge das Verkehrsgeschehen, die alle nicht für ein solches Netzwerk geeignet sind. Würde also eine weltweite - oder zumindest europaweite - Norm geschaffen, dann beginnt die Einführung auf kleinem Level. Ehe das dann nach Jahren eine relevante Größe bekommen hat, gibt es schon wieder weiterentwickelte Systeme. Mann kennt das ja.

1 „Gefällt mir“

Unfälle mit Autopilot und FSD muss Tesla nicht melden und tut das auch nicht, im Gegensatz zu anderen Herstellern. Grund: Das sind Assistenzsysteme nach Level 2.

Beim Robotaxi ist das anders. Lt. dem verlinkten Artikel ist der jüngste Crash bei Einparken passiert, und dabei hat der Karren Fremdeigentum beschädigt bzw. zerstört.

Das sind bislang 5 Crashs und das mit Überwachung durch den Beifahrer. Dabei fahren da nur - soweit ich weiß - weniger als 20 Autos rum in dem eng abgegrenzten Gebiet außerhalb der City von Austin.

Im Zusammenhang mit der Diskussion hier: Lt. Tesla sind die Robotaxis dort 250.000 Meilen gefahren. D.h.: ein Crash alle 62.500 Meilen, und das mit Beifahrer-Überwachung.

Zum Vergleich: Die NHTSA listet in ihren Reports 1.267 Crahes für Waymo. Die haben aber bereits 125 Mio Meilen hinter sich. Das macht ein Crash alle 98.600 Meilen, und das vollautonom.

Ja, genau da wird der Unterschied deutlich. Dass Tesla weiterhin auf Teleoperation durch Menschen setzt, zeigt klar, dass FSD noch nicht wirklich autonom ist. Der Fahrer ist nicht mehr im Auto, aber der Mensch bleibt im System – nur aus der Ferne. Waymo ist diesen Schritt schon weiter gegangen, mit einem echten kommerziellen Betrieb ohne aktive Überwachung. Teslas Kommunikation ist stark, technologisch liegen sie aber noch zurück.

Hier geht es zwar nicht um autonomes Fahren, finde das Konzept aber auch interessant.

Die Technologie kann dazu führen, dass die Angst vor Autos, die keinen sichtbaren Fahrer haben geringer wird. Damit wird sie aber auch mit dazu beitragen, sich später auch wieder selber abzuschaffen.