Ich weiß, die Fähigkeiten der differenzierten Betrachtung ist nicht jedem gegeben.
Stünde man “wegen der Dummheit der anderen” da oben, würde man es Schneckenrennen nennen, man stünde da, obwohl man wenig Punkte holt. Das ist falsch. Man steht da, aufgrund der eigenen Leistung. Obwohl Hoffenheim auch eine Punktzahl hat, die oftmals zu einem zweiten Platz reichen würden, steht man höher, weil man mehr Punkte geholt hat.
Wie definiert man eine Topmannschaft? Es mag unterschiedliche Ansätze geben. Wenn Bayern Kackspiele gewinnt sagt man, eine Topmannschaft muss auch solche spiele gewinnen. Muss man Zauberfußball spielen oder Punkte holen? Ja, es gibt keine klare Definition. Aber wenn der Tabellenzweite, der aus eigener Leistung da steht, keine ist, wer dann? Immer nur der Tabellenführer? Oder auch nur, wenn er zusätzlich schön spielt?
Kern des Threads: Schlotterbecks Aussage? Für mich: irrelevant. Wenn der BVB jedes Spiel gewinnt, wird er wohl Meister. Wenn man an der Position steht kann und muss man als Spieler den Glauben haben, dass das möglich ist. Es muss das Ziel sein. Muss man das aussprechen? Keine Ahnung, eine Frage des Erwartungsmanagements. Halte ich den Titel für realistisch? Nö.
Bleibt: Die Spielweise. Ich glaube, man hängt Klopp zu sehr nach. Ich auch. Begeisternder Fußball, der gleichzeitig Punkte bringt? Der Traum für jeden. Dass der BVB jederzeit in der Lage ist eine Führung zu verspielen, und sei sie noch so komfortabel? Grauenhaft.
Man kann hier Kritik üben, weil es teils wirklich keinen Spaß macht da zuzuschauen. Aber so Allgemeinplätze wie “mit dieser Abwehr gewinnt man keine Meisterschaft” entbehren dann wieder jeder Grundlage. Der BVB stellt die zweitbeste Abwehr der Liga, Bayern hat gerade ein Gegentor weniger gefangen. Solche Aussagen zerstören jeden echten Diskurs.
Ich wünschte Chuku und Silva bekämen mehr Spielzeit, weil die spielerich einfach mehr Leben reinbringen. Ich wünschte, wir hätten noch einen Spielertypen wie Sancho, bei dem man mit der Zunge schnalzt. Aber der Erfolg gibt Kovac recht. Defensiv so robust es geht und darauf setzen, dass man vorne schon irgendwie die Tore macht.
Man kann nicht immer alles haben.