Regelrevolution by Darjia

Ich hatte gehofft, dass es eine vernünftige Diskussion geben würde, wie man die Regularien im Fußball verbessern könnte, um Fehler und sogar willkürliche Entscheidungen zu minimieren. Aber offensichtlich ist das nicht gewollt. Lieber werden unsinnige Behauptungen, die schon vor 10 Jahren blanker Unsinn waren, wiederholt.

Aber gut, ich sehe ein, dass ein Fehler war, meine Ideen hier zu posten. Ich entschuldige mich dafür, euch damit belästigt zu haben. Macht es gut, ich bin dann raus.

Musst jetzt auch nicht gleich wieder die Mimose machen, nur weil ein Einzelner den üblichen Störenfried macht.
Du hast durchaus auch ernstgemeinte und sinnvolle Antworten bekommen und bist Dir doch selber auch bewusst gewesen („…revolution“), dass Deine Ideen nicht unisono auf Begeisterung stossen werden.

Außer vielleicht bei der Nettospielzeit ist nunmal nichts dabei, was etwas verbessern würde. Du startest mit der Prämisse, dass jegliche Ausmärzung von Unschärfen per Definition eine Verbesserung wären und das ist nunmal falsch. Auf der Basis ist dann schon keine Diskussion mehr möglich, weil du den eigentlichen Sinn hinter der jeweiligen Regel aus der Diskussion ausschließen willst. Und das merkt man nunmal schon beim Ausgangsbeitrag.

Dir ist wichtiger, dass man eine Regel findet, die 100% Anwendung findet und dabei 80% Quatschentscheidungen enthält, als eine Regel, die zu 100% im Sinne nach korrekt ist, jedoch zu 5% diskutablen Entscheidungen führt.

Und um die Quatschentscheidungen zu egalisieren, willst du die Strafe anpassen und führst dafür wieder weiche Kriterien ein. Bis der Punkt kommt, aus dem du die weichen Kriterien wieder entfernen willst, weil dort nicht zu 100% in deinem Sinne entschieden wird.

Der Sinn der Handregel ist nunmal, dass niemand absichtlich den Ball mit der Hand spielt, der Sinn der Abseitsregel ist, dass niemand einfach vorne rumsteht und der vom taktischen Foul, das niemand ein Foul begeht, um einen Konter zu verhindern. Und nein, dass ist nicht bei jedem Foul beim ersten Kontakt so. Und es ist nunmal recht egal wie sauber ein Einwurf ausgeführt wird.

Wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert, dann würde man auch mit dem VAR Fortschritt erreichen, der in der Sache ja Sinn macht.

Ich würde dir ganz ehrlich folgendes Buch empfehlen:

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Des Spaßes halber habe ich die Ideen mal durch eine KI gejagt, mit Bitte die Umsetzbarkeit und den Nutzen zu bewerten:

Das sind viele durchdachte Ideen – aber ein Teil davon scheitert weniger an „Logik“, sondern an Dynamik, Akzeptanz und Nebenwirkungen. Ich gehe Punkt für Punkt durch und bewerte jeweils Umsetzbarkeit und tatsächlichen Nutzen.


1. Nettospielzeit (2×30 Minuten)

Umsetzbarkeit: mittel bis hoch
Das ist realistisch – wird ja faktisch schon getestet (mehr Nachspielzeit seit WM 2022 geht in diese Richtung). Eine echte Nettospielzeit wäre regeltechnisch kein Problem.

Nutzen: gemischt

+ Klarer Fortschritt

  • Zeitspiel verliert stark an Wirkung
  • Diskussionen über Nachspielzeit entfallen
  • Mehr „echte“ Spielzeit

– Nebenwirkungen

  • Spiele würden gefühlt länger und fragmentierter (mehr Stop-and-Go wie im Basketball)
  • Kleine Fouls und Unterbrechungen würden taktisch sogar zunehmen („Reset“-Momente)
  • TV-Produkt wird schwerer planbar

:backhand_index_pointing_right: Fazit:
Sinnvoll, aber wahrscheinlich nur in abgeschwächter Form (z. B. effektivere Zeitmessung + strengere Nachspielzeit, nicht komplett netto).


2. Handspiel: „Jede Berührung = Foul“ (indirekt)

Umsetzbarkeit: niedrig

Das klingt erstmal „einfach“, ist aber praktisch problematisch:

  • Spieler können aus nächster Distanz angeschossen werden → kaum vermeidbar
  • Verteidiger müssten unnatürlich mit hinter dem Rücken verschränkten Armen spielen
  • Extrem viele Unterbrechungen

Nutzen: eher negativ

+ Vorteil

  • Weniger Interpretationsspielraum

– massive Nachteile

  • Unnatürliches Bewegungsverhalten
  • Sehr viele Pfiffe → Spielfluss leidet
  • Neue Ungerechtigkeit: „Anschießen“ wird zur Taktik
  • Indirekter Freistoß entschärft zwar, macht es aber komplizierter

:backhand_index_pointing_right: Fazit:
Die Idee wirkt klar, würde das Spiel aber spürbar schlechter machen. Das Problem ist nicht fehlende Klarheit, sondern die Natur der Situation.


3. VAR mit Challenges + Zeitstrafe

Umsetzbarkeit: mittel

Technisch machbar – orientiert sich an Sportarten wie NFL oder Tennis.

Nutzen: stark gemischt

a) Challenges durch Trainer

+ sinnvoll

  • Mehr Fairness bei klaren Fehlentscheidungen
  • Teams bekommen Kontrolle zurück

– Probleme

  • Fußball hat viel mehr „Grausituationen“ als Tennis/NFL
  • Gefahr von taktischem Missbrauch (Spielunterbrechung)

:backhand_index_pointing_right: Gut vorstellbar ohne Strafen


b) Zeitstrafe bei falscher Challenge

→ Das ist der kritischste Punkt

– sehr problematisch

  • Bestraft richtige Idee (Überprüfung) extrem hart
  • Führt zu übervorsichtigem Verhalten → weniger Nutzung
  • Spielentscheidende Situationen könnten von einer Fehl-Challenge abhängen

:backhand_index_pointing_right: Das wäre im Fußball ein massiver Eingriff.


c) VAR als „Oberinstanz“

Umsetzbarkeit: hoch

Das passiert de facto schon teilweise.

:backhand_index_pointing_right: Fazit VAR gesamt:

  • Challenges: gut denkbar (ohne harte Strafen)
  • Zeitstrafe: eher schädlich
  • Klare Zuständigkeiten: sehr sinnvoll

4. Zeitstrafe für taktische Fouls

Umsetzbarkeit: mittel

Wird im Jugend- und Hallenfußball bereits genutzt.

Nutzen: hoch

+ Vorteile

  • Effektives Mittel gegen „Zerstören von Kontern“
  • Fairer als Gelb (das oft egal ist)
  • Weniger taktisches Foulspiel

– Probleme

  • Definition „taktisches Foul“ bleibt schwierig
  • Gefahr von Überbestrafung bei Fehlinterpretation

:backhand_index_pointing_right: Fazit:
Eine der stärksten Ideen – realistisch und sinnvoll.


5. Kick-In statt Einwurf

Umsetzbarkeit: mittel

Wird im Futsal genutzt.

Nutzen: gemischt

+ Vorteile

  • Weniger Regelverstöße
  • Schnellere Spielfortsetzung
  • Mehr offensive Optionen

– Nachteile

  • Langer Einwurf als Stilmittel verschwindet
  • Mehr Standardsituationen → mehr Unterbrechungen
  • Spiel könnte „technischer“, aber auch weniger vielseitig werden

:backhand_index_pointing_right: Fazit:
Interessant, aber eher eine Philosophiefrage als klarer Fortschritt.


6. „Null Ermessensspielraum“ für Schiedsrichter

Umsetzbarkeit: sehr niedrig

Das widerspricht der Natur des Spiels.

Warum?

  • Fußball ist kein binäres Regelwerk (Kontaktintensität, Vorteil, Absicht etc.)

  • Ohne Ermessensspielraum gäbe es:

    • extrem viele Unterbrechungen
    • unnatürlichen Spielfluss
    • „Regel-Fußball“ statt Spiel-Fußball

:backhand_index_pointing_right: Selbst heute mit VAR bleibt Interpretation nötig.


7. Zentrale Schiedsrichterbehörde + Transparenz

Umsetzbarkeit: hoch

Das passiert teilweise schon (z. B. UEFA oder nationale Verbände).

Nutzen: hoch (wenn gut umgesetzt)

+ sinnvoll

  • Mehr Transparenz erhöht Akzeptanz
  • Nachträgliche Erklärungen helfen enorm

– Risiko

  • Öffentliche Bloßstellung → weniger mutige Entscheidungen
  • Politischer Druck auf Schiedsrichter

:backhand_index_pointing_right: Fazit:
Sehr guter Ansatz – aber mit Fingerspitzengefühl nötig.


8. KI-gestützte Bewertung

Umsetzbarkeit: mittel

Teilweise schon Realität (Abseitslinien etc.).

Nutzen: selektiv hoch

+ stark bei

  • Abseits
  • Ball im Aus
  • Torlinientechnik

– schwach bei

  • Fouls
  • Absicht
  • Intensität

:backhand_index_pointing_right: Fazit:
Hilfsmittel, aber kein Ersatz für menschliche Bewertung.


Gesamtbewertung

:green_circle: Klare Fortschritts-Ideen

  • Zeitstrafe für taktische Fouls
  • Mehr Transparenz bei Schiedsrichtern
  • Teilautomatisierter VAR (klare Faktenentscheidungen)
  • (evtl.) abgeschwächte Nettospielzeit

:yellow_circle: Diskussionswürdig

  • Challenges ohne harte Strafen
  • Kick-In

:red_circle: Problematisch

  • Handspiel „jede Berührung = Foul“
  • Zeitstrafe für falsche Challenges
  • Abschaffung von Ermessensspielraum

Der zentrale Denkfehler (wichtiger Punkt)

Viele deiner Vorschläge folgen einer sehr nachvollziehbaren Logik:

:backhand_index_pointing_right: „Mehr Objektivität = besserer Fußball“

Das Problem ist:
Fußball lebt gerade davon, kein vollständig objektivierbares Spiel zu sein.

Wenn man zu viel „Objektivität erzwingt“, bekommt man:

  • mehr Unterbrechungen
  • mehr Regelmechanik
  • weniger Spielfluss
  • weniger Intuition

Wenn ich deine Ideen „optimiert“ zusammenstellen müsste:

Eine realistische Reform wäre:

  • Effektivere Zeitmessung (aber keine volle Nettospielzeit)
  • Zeitstrafe für klare taktische Fouls
  • VAR nur für objektive Entscheidungen + optionale Challenges (ohne Strafe)
  • Mehr Transparenz nach Spielen

Das wäre ein echter Fortschritt, ohne das Spiel zu „überregulieren“.

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Hä, konnte ich nicht sehen, hatte das Fenster offen gelassen und erst einmal an anderen Dingen gearbeitet - Technik die begeistert…

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zu 1) Nebenwirkungen

nein, das Spiel würde nicht fragmentierter werden, wenn die Spieler zu einer schnellen Spielfortsetzung angehalten wären. Wer sich „unendlich“ Zeit lässt, bekommt halt wegen Delay of game eine gelbe Karte. Und damit würden die Reset-Momente auch nicht zunehmen. Es müsste halt nur konsequent umgesetzt werden. Daran krankt der heutige Fußball ja auch. Schiris setzten Regeln nicht konsequent um, sei es die Kapitänsregel, sei es die alte 6-Sekunden-Regel oder die neue 8-Sekunden-Regel. Bisher gab es in der Bundesliga wohl nur 2 Eckbälle, obwohl ich schon haufenweise Szenen gesehen habe, in denen der Torwart den Ball 10 und 12 Sekunden in der Hand hatte, ohne dass er angegriffen worden wäre. Ja, und ich bin mir durchaus bewusst, dass bei einer konsequenten Anwendung der Kapitänsregel auch Spieler des FC Bayern diese Saison eine Menge gelber Karten gesehen hätten - zurecht.

Ja, das TV-Produkt könnte etwas schwerer planbar werden. Aber das ist in anderen Sportarten, in denen es Nettospielzeit gibt, auch kein großes Thema.

zu 3 b)

also fünf Minuten ist nicht extrem hart. Gibt es in anderen Sportarten auch, dass man etwas dafür hergeben muss, wenn man eine Challenge verliert. In der NFL beispielsweise muss man eine in vielen Fällen extrem wichtige Auszeit aufgeben. In der NHL oder im internationalen Eishockey ist es sogar noch heftiger. Bei einer verlorenen Challenge in der NHL bekommt das Team eine 2 Minuten Strafe, verliert der Coach eine zweite Challenge wird es sogar eine 2+2 Strafe. Bei einer dritten verlorenen Challenge wäre es wieder 2+2

Und ja klar, wenn der Trainer seine Challengemöglichkeiten vorher rausballert, dann kann ihm mal eine Challenge in der 93. Minute fehlen. Muss er halt einschätzen, wann sich eine Challenge rentiert - wie in allen anderen Sportarten auch.

Von daher würde ich sagen: Die KI (welche war es denn überhaupt und noch wichtiger: Was hast du genau gefragt?) liegt hier falsch.

zu 4) Ach bei taktischen Fouls ist die 5 Minuten Zeitstrafe plötzlich nicht mehr extrem hart?

zu 6) Es geht nicht darum, jeglichen Interpretationsspielraum völlig zu entfernen. In vielen Fällen werden immer Interpretationen notwendig sein. Aber da, wo es geht, muss die Objektivität Einzug halten. Und die Interpretationsspielräume müssen auf das absolute Minimum reduziert werden.

Es geht z. B. darum: Ein Foul mit offener Sohle in der ersten Minute eines Spitzenspiels muss genauso bestraft werden wie ein sehr ähnliches Foul in der 85. Minute eines bedeutungslosen Mittelfeldduells am 34. Spieltag. Es darf keinen Unterschied machen, dass das eine Foul in der ersten Minute eines Spitzenspiels stattfindet und das andere in einem bedeutungslosen Spiel, das vielleicht sogar schon entschieden ist. Und das ist heute viel zu oft der Fall. Ein Großteil der Diskussion um die Schlotterbeck-Sache im Spiel gegen den FCB ging ja nicht wirklich darum, ob er vom Ball abgerutscht ist und es deshalb keine rote Karte war. Sondern es ging darum, dass ein Schiri in einem Spitzenspiel so früh kaum eine rote Karte geben kann, weil er damit das Spiel kaputtmachen würde. Nein, der Schiri macht, sofern die Entscheidung richtig ist, das Spiel nicht kaputt. Der Spieler macht es mit seiner Aktion. Es ist dabei überhaupt nicht wichtig, wie man die Schlotterbeck-Aktion letztlich bewertet. Mir geht es um die Art der Diskussion, die danach beispielsweise im Doppelpass geführt wurde.

Natürlich ist Fußball kein vollständig objektivierbares Spiel. Aber dort, wo man Objektivität stärken kann, muss man es meiner Ansicht nach tun.

Und wenn sich Schiedsrichter Regeln selbst ausdenken oder bewusst ignorieren (Stichwort Kids-Mistake bei Arsenal-Bayern), dann muss das für den Schiri Konsequenzen haben. Auch ein Schiri, der ständig die 8-Sekunden-Regel ignoriert, weil ihm der Eckball eine zu hohe Strafe ist, muss mit Konsequenzen rechnen müssen.

Die Aufgabe eines Schiedsrichters und selbstverständlich auch einer Schiedsrichterin ist in allererster Linie eine regelgerechte Durchführung des Spiels sicherzustellen. Ein(e) Schiri hat nicht die Sinnhaftigkeit von Regeln zu bewerten, sondern sie umsetzen und bei Zuwiderhandlungen entsprechende Strafen auszusprechen. Ich bleibe bei meiner These: Das immer wieder geforderte Fingerspitzengefühl ist nichts anderes als Willkür.

Würden alle Schiedsrichter das Regelwerk beachten und somit die Regeln konsequent umsetzen, würde es überhaupt keine „Regelrevolution“ benötigen. Selbst wenn man 1000 neue Regeln aufstellen würde und ein Schiri Zwayer um die Ecke kommt und von den besagten neuen Regeln 999 ignoriert, führt es zu nix.

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Das ist eben der Trugschluss. Die Regel „jeder Körperkontakt ist ein Foul“ ist super objektiv bewertbar und hinterlässt (praktisch) keinen Interpretationsspielraum und doch wäre das vermutlich auch in deinen Augen keine Verbesserung. Weil es eben nicht im Sinn des Spiels ist, auch wenn es augenscheinlich Gerechtigkeit schafft.

Ich nehm mir später noch mehr Zeit, aber das schon mal vorneweg.

Doch, ein solcher Schiri würde nie auch nur annähend in die Bundesliga aufsteigen.

Wir diskutieren nicht über Regeln von: Eishockey, Handball, Basketball, Volleyball, Hallenjojo etc. Alles klar geregelt und fast immer ohne Reklamationen.

Aber beim Fußball wird jede zweite Entscheidung haarklein zerquasselt. In einem Spiel mit festen Regeln, die eigentlich gar nicht geändert werden müssten, kann es überhaupt keinen Interpretationsspielraum geben. Foul ist Foul und kein Foul ist kein Foul, dieses Problem würde auch mit modifiziertem Regelwerk bis zur nächsten Eiszeit nicht beseitigt, solange Schiedsrichter so pfeifen wie es Ihnen in den Kram passt und nicht wie es das Regelwerk vorsieht.

Schiedsrichter müssen offiziell bewertet und bei schlechter Leistung dementsprechend in untere Ligen verfrachtet werden. Die Typen sind wie Ärzte, Halbgötter in weiß, auf dem Platz Halbgötter in schwarz oder gelb.

Man kann natürlich die Vorschläge hier diskutieren, dafür gibts Foren, aber sorry, für das Spiel selbst und den Zuschauer hat das wirklich relativ wenig Nährwert.

Man sich ja mal anschauen, wie andere Sportarten ihre problematischen Dinge regeln. Und dann kann auch der heilige Fußball vielleicht mal Lehren aus deren Erkenntnissen ziehen. Der Fußball muss nicht jedes Rad neu erfinden.