Europapokale 2026/27

Es ist Anfang Juli und damit Zeit sich eine Übersicht für die Europapokale der kommenden Saison zu verschaffen, denn die Teilnehmerfelder stehen nun fest.

In der Euroleague gibt’s keine Veränderungen am Modus: Die 20 Teams spielen zunächst eine Regular Season aus in der alle Teams zweimal aufeinander treffen, sodass es 38 Spieltage gibt. Die Top6 qualifizieren sich direkt für das Playoff-Viertelfinale, die zwei restlichen Teilnehmer werden durch ein Play-In-Tournament der Teams auf den Rängen sieben bis zehn ausgespielt. Die Sieger der vier Playoff-Serien treten Ende Mai 2027 im Final Four an. Als einziger deutscher Vertreter ist hier weiterhin München aktiv.

Das Teilnehmerfeld der Euroleague 2026/27:
Efes Istanbul, Armani Mailand, FC Barcelona, Baskonia Vitoria, Bayern München, Besiktas Istanbul, Crvena Zvezda, Dubai, Fenerbahce Istanbul, Hapoel Tel Aviv, ASVEL Villeurbanne, Maccabi Tel Aviv, Olympiacos, Panathinaikos, Paris, Partizan Belgrad, Real Madrid, Valencia, Virtus Bologna, Zalgiris Kaunas

Im Eurocup gibt’s hingegen eine große Veränderung: Das Teilnehmerfeld wurde auf 32 Teams erweitert, die nun in der Regular Season in vier Gruppen à acht Teams eingeteilt werden. Die besten vier Teams aller vier Gruppen qualifizieren sich für die Playoffs, die ab dem Achtelfinale bis einschließlich den Finals im best-of-three-Modus absolviert werden. Nicht weniger als vier BBL-Teams treten hier an: Ulm, Chemnitz, Frankfurt und Rostock. Die Auslosung der Gruppen der Regular Season erfolgte bereits:

Gruppe A: Le Mans, Hapoel Jerusalem, Burgos, Olimpija Ljubljana, Derthona, Aris Thessaloniki, Rostock, Rigas Zelli
Gruppe B: Ankara, Cluj-Napoca, Teneriffa, Venezia, Maxima Roma, Siauliai, London, Frankfurt
Gruppe C: Bourg-en-Bresse, Tofas, Buducnost Podgorica, Trento, Napoli, Neptunas Klaipeda, Chemnitz, Slask Wroclaw
Gruppe D: AS Monaco, Bahcesehir, Manresa, Ulm, Roma SPQR, Lietkabelis Panevezys, PAOK Saloniki, Botevgrad

Die FIBA Champions League wartet nicht mit einem neuen Modus auf, aber mit einer Besonderheit: Die zwei Finalisten der kommenden Saison werden die Möglichkeit haben in der neuen NBA Europe League anzutreten. Kurz dennoch zum Modus: 24 Teams werden zunächst in maximal zwei Qualifikationsrunden antreten von denen zwei sich für die Regular Season qualifizieren. In dieser werden 32 Teams in acht Gruppen à vier Teams gelost. Die Gruppensieger ziehen direkt in die zweite Gruppenphase ein, die Gruppenzweiten und -dritten ermitteln die restlichen Teams in einer Zwischenrunde (best-of-three-Modus). Die besten zwei Teams dieser Gruppen erreichen das Viertelfinale (best-of-three-Modus), die vier Gewinner dieser Serien treten im Final Four an. Aus deutscher Sicht: Berlin, Bamberg und Bonn sind direkt für die Regular Season qualifiziert, Würzburg und Vechta starten in der Qualifikation.

In der Qualifikation landeten Würzburg und Vechta im gleichen Turnier, d.h. wir werden maximal nur ein weiteres BBL-Team in der Regular Season sehen. Würzburg trifft im Achtelfinale auf Manchester (Viertelfinale: Breogan oder Rilski, Halbfinale: VEF Riga, Absheron, Opava oder Dziki Warszawa), Vechta beginnt mit einem Duell gegen Denizli (Viertelfinale: Benfica oder Genf, Halbfinale: Promitheas, Vienna, Manisa oder Rhodos). Allerdings: Sollten Würzburg oder Vechta (oder beide) scheitern haben sie eine Option für die Teilnahme am FIBA Europe Cup.

Die Gruppen der Regular Season stehen bereits fest, hier die (eventuell) mit deutscher Beteiligung:
Gruppe D: Bamberg, Varese, Peristeri, Murcia
Gruppe F: Cholet, Hapoel Holon, Spartak Subotica, Qualifikant
Gruppe G: Berlin, Igokea, Slavia Prag, Bilbao
Gruppe H: Joventut Badalona, Bnei Herzliya, FC Porto, Bonn

Der FIBA Europe Cup hat ab dieser Saison ein größeres Teilnehmerfeld mit satten 48 Mannschaften. Nach einer Qualifikationsrunde (definitiv ohne deutsche Beteiligung) geht’s in eine Regular Season mit acht Gruppen à sechs Teams deren beiden Topteams jeweils in die nächste Runde einziehen. Diese sieht eine weitere Gruppenphase mit vier Gruppen à vier Teams vor deren zwei Topteams das Viertelfinale erreichen. Ab hier geht’s dann mit Hin- und Rückspielen bis zum Finale. Aus deutscher Sicht ist bislang Trier der einzige BBL-Vertreter, wie oben erwähnt können aber Würzburg und/oder Vechta noch dazukommen. Die Auslosung für die Regular Season erfolgt am kommenden Donnerstag.

Dazu hat bereits der MBC bestätigt, dass er erneut in der European North Basketball League (ENBL) antreten wird.

Sollten Würzburg und Vechta beide in Europapokalen antreten (egal ob BCL oder Europe Cup), dann wären zwölf von 18 BBL-Teams in der kommenden Saison international vertreten.

Heute wurde die Auslosung der Regular Season im FIBA Europe Cup vorgenommen, mit enthalten sind auch die Teilnehmer der Qualifikationsrunden zur FIBA Champions League, d.h. hier tauchen nun drei deutsche Teams auf:

Gruppe A: Trepca, Promitheas Patras, BK Opava, Trier, Split, Batumi
Gruppe D: Keravnos, Vechta, Szczecin, Nancy, Nitra, Vienna
Gruppe E: AEK Larnaca, Würzburg, Tartu, Iraklis, Dziki Warszawa, MZT Skopje

Zur Erinnerung: Vechta und Würzburg treten in der Qualifikation zur Champions League an und haben bei einem eventuellen Scheitern die Wahl im FIBA Europe Cup anzutreten.

@timo
Magst Du mal kurz aufdröseln, wie man die verschiedenen Europa-Cups einordnen kann oder muss?
Ich würde ja vermuten, dass der Wert der Ligen der Reihenfolge entspricht, wie sie Du vorstellst, und die Zuordnung der Klubs so ist, wie der Tabellenstand ist, aber wäre schön, Du kannst das noch ein bisschen ergänzen…

Im Basketball in Europa haben wir das riesige Problem, dass anders als im Fußball die Top-Teams und der Kontinentalverband seit geraumer Zeit getrennte Wege gehen und somit die Wettbewerbe in einer gewissen Konkurrenz zueinander stehen. Die Euroleague organisiert die gleichnamige Liga und den Eurocup, der Kontinentalverband FIBA richtet die Champions League und den Europe Cup aus.

Die Euroleague ist eine absolut geschlossene Liga in der die meisten Teams mehrjährige Lizenzen erwerben wodurch ihnen eine Teilnahme unabhängig vom Abschneiden in der heimischen Liga garantiert wird. Die einzigen Ausnahmen sind Wild Cards für die die Teams dann aber in der Regel hohe Beiträge zahlen müssen sowie der Sieger des Eurocup, der als Belohnung für die darauffolgende Saison quasi „aufsteigt“. Der Eurocup ist mittlerweile ähnlich aufgebaut, hier unterscheidet man zwischen langjährigen und einjährigen Lizenzen (die bspw. Rostock erworben hat).

Die FIBA auf der anderen Seite sammelt im Prinzip die Teams auf, die in der Euroleague nicht spielen (wollen/können). ALBA Berlin bspw. hat sich im letzten Jahr aus der Euroleague verabschiedet, weil man finanziell das Ganze nicht mehr bewältigen wollte und spielt nun in der Champions League. Der wichtigste Unterschied ist aber, dass die Teilnahme zum allergrößten Teil am sportlichen Abschneiden der Teams liegt. Es gibt ähnlich wie im Fußball ein Länder-Ranking durch das die Anzahl der Teilnehmer aus dem Land bestimmt wird. Als Beispiel: Deutschland ist momentan Sechster und darf damit drei Teams direkt die in die Regular Season sowie zwei weitere Teams in die Qualifikation schicken. Somit sind in dieser Saison Berlin, Bamberg und Bonn direkt in der Regular Season und Würzburg und Vechta in der Qualifikation, da man München (Euroleague) und Ulm (Eurocup) überspringt.

Von der Wertigkeit her ist die Euroleague die klar stärkste Liga, die FIBA Champions League duelliert sich eher mit dem Eurocup um den zweiten Platz während der FIBA Europe Cup das verhältnismäßig schwächste Teilnehmerfeld hat.

Die European North Basketball League muss hier gesondert betrachtet werden, da sie - wie der Name schon sagt - regional begrenzt ist und somit die starken Ligen aus dem Mittelmeerraum (Spanien, Griechenland, Türkei, Italien) gar nicht erst mit beteiligt sind. Alleine deshalb ist dieses Einladungsturnier sportlich nicht auf dem Niveau der anderen Wettbewerbe.

Das ist aber wohlgemerkt der Stand, den wir im Juli 2026 haben. Mit dem Start der NBA Europe im nächsten Jahr kann sich das Ganze nochmal erheblich ändern, insbesondere weil die NBA zwar eine Vereinbarung mit der FIBA hat (wodurch sich die beiden Finalisten der Champions League für die NBA Europe qualifizieren können), aber nicht mit der Euroleague, die - zurecht - um ihre Spitzenposition fürchtet. Aus Sicht eines Basketball-Fans kann ich nur hoffen, dass das Ganze in nächster Zeit übersichtlicher wird, denn auch wenn ich das Ganze Jahr für Jahr verfolge ist das alles schon sehr chaotisch.

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