Sind Modulare Klein-Kernkraftwerke (SMR) eine gute Idee?

Die EU will die Entwicklung und den Bau von SMR-Reaktoren fördern, sagte Ursula von der Leyen jetzt. Die Idee von solch kleinen, modularen Kernreaktoren geistert ja schon lange in Politikerkreisen herum.

Nun kann man, wie ich als alter Atomkraft-Gegner, einfach nur mit Unverständnis dafür reagieren. Aber ich halte es für wichtig, sich mal mit der aktuellen Situation zu befassen. Denn tatsächlich wird ja in einigen Ländern bereits konkret daran gearbeitet, und es werden wohl einige Projekte auch realisiert werden.

Aber eins ist sicher: der Strompreis aus diesen Kraftwerken wird nicht billiger, sondern teurer als der aus erneuerbaren Energien.

Ich habe mal recherchiert, welche konkreten Projekte in Europa gerade anstehen:

Es sind eine ganze Reihe von Projekten von SMR-Reaktoren geplant in UK, Polen und in Finnland. Größe, Herteller und Haupt-Verwendungszweck sind aber ganz unterschiedlich.

Die kleinsten Reaktoren mit 50 MW thermischer Leistung plant Finnland. Diese sollen von dem finnischen Unternehmen Steady-Energy geplant und gebaut werden mit dem Ziel, gleichzeitig Fernwärme für Städte zu liefern. Helsinki und Espoo prüfen bereits den Einsatz. Der Reaktortyp ist ein Leichtwasserreaktor auf Basis eines Forschungsreaktors, der bereits in den 60er-Jahren von Russland entwickelt wurde. Geplante Inbetriebnahme: bereits Anfang der 30er Jahre.

GB plant mehrere Reaktoren von Rolls-Royce SMR, die eine elektrische Leistung von je 470 MW haben. Diese werden industriell in Modulen vorgefertigt, zur Baustelle transportiert und dort aufgebaut. Man strebt eine Vor-Ort-Bauzeit von 500 Tagen an. Erster Standort: Wylfa in Wales mit 3 Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 1,4 GW.

Polen plant mehrere Projekt mit Orlen + Synthos mit dem Reaktortyp BWRX 300 mit einer elektrischen Leistung von je 300 MW. Baubeginn 2028. Mehrere Standorte mit bis zu 12 Reaktoren. Der BWRX 300 ist ein kleiner, modularer Siedewasserreaktor, der von GE Hitachi entwickelt wurde. Neben diesen Projekten plant Polen aber auch mit dem Rolls-Royce SMR-Reaktor mit dem Ziel, CO2-freien Strom u.a. für die H2-Produktion zu liefern.

Ich hatte für Kernkraft noch nie was über, ob groß oder klein. Der banalste Grund für mich, ich möchte nicht neben so einem Ding wohnen, ergo kann ich auch nicht verlangen das Menschen in 500km Entfernung daneben wohnen, damit ich nen warmen Hintern habe.

Von der Wirtschaftlichkeit her, keine Ahnung, pro und contra Gruppen rechnen immer so, dass es für pro günstig aussieht und contra so, dass es teuer aussieht. Was wirklich stimmt weiß ich nicht, interessiert mich als Gegner aber auch nicht.

Ein fehlerfrei funktionierendes AKW stellt ja erstmal kein Gefahrenpotenzial dar, ganz einfach weil es AKW,s gibt, die Jahrzehnte ohne Zwischenfälle Energie liefern. Dennoch besteht eine Konjunktivgefahr, welche muss man ja nicht großartig erläutern. Nö, ich möchte so Dinger nicht.

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Mit einer gelogenen Begründung. Es gibt keine Renaissance der Kernkraft. Ob klein oder groß, die grundsätzlichen Probleme bestehen ja weiter. Nur, dass die Kosten pro KWh größer sind, weil Skaleneffekte entfallen.

Ich frag mich ja was sich finanziell ändern sollte bei den neuen Reaktoren, zu denen ist noch nicht mal reale Testwerte gibt. Die Schulden die Frankreich jetzt schon aufgebaut hat, können mit dem geförderten Strompreisen gar nicht mehr aufgefangen werden. Dazu wurden die letzten Neubauten alles deutlich teurer im Vergleich zu den geplanten Kosten. Bei Testreaktoren kann man so etwas ja Null planen.

Dazu noch der Atommüll, bei dem zumindest Deutschland noch immer kein Endlager finden konnten. Wie das bei anderen Ländern aussieht weiß ich jetzt nicht, aber da findet man gefühlt keine Meldungen dazu.

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Vom Chinesen gibt’s einen Test:

1. HTR-PM (Hochtemperaturreaktor mit Kugelhaufen)

  • Sicherheitstests 2023: Im August und September 2023 führten Forschende der Tsinghua-Universität zwei entscheidende Sicherheitstests durch. Dabei wurde bei jeweils einem der beiden Reaktormodule (200 MWth) die externe Stromversorgung abgeschaltet, um die passive Kühlung ohne Notkühlsysteme zu testen.

  • Ergebnisse: Die Reaktoren kühlten sich innerhalb von 36 Stunden stabilisiert ab – ohne Kernschmelze. Dies bestätigte die inhärente Sicherheit des Designs im kommerziellen Maßstab.

  • Publikation: Die Ergebnisse wurden im Juli 2024 in der renommierten Fachzeitschrift Joule veröffentlicht und gelten als weltweit erster experimenteller Nachweis dieser Art.