Also ich weiß ehrlich gesagt nicht wie das jetzt noch getoppt werden soll. Die Thunder und die Spurs lieferten sich im Opener der diesjährigen West Finals einen epischen Schlagabtausch, der pure Werbung für den Basketball war.
Die Spurs schafften es in jedem einzelnen Viertel die Thunder so in Bedrängnis zu bringen wie noch nicht zuvor in dieser Postseason und knüpften - trotz des langen Abstands - an die Duelle der Regular Season nahtlos an. Ausschnitte gefällig? Ein 12:3-Start in die Partie, ein 8:0-Run zur 38:29-Führung im zweiten Viertel und ein zweistelliger 87:77-Vorsprung früh im Schlussviertel. Doch die Thunder gaben sich nicht so leicht geschlagen und kämpften sich mit einem 13:4-Run rechtzeitig zur Crunchtime in die Partie zurück.
Diese wurde eng und zog sich dann auch in die letzten Sekunden der Partie: Victor Wembanyama verwandelte einen Turnaround-Jumper mit 11 Sekunden auf der Uhr zur 101:99-Führung der Spurs, die aber Shai Gilgeous-Alexander drei Sekunden vor dem Ende zum 101:101 ausglich, ein Floater-Versuch von Wemby wurde anschließend von Chet Holmgren geblockt.
In der Overtime ging es dann mit wenigen Punkten genauso eng weiter, nach einem Dreier von Wemby zum 108:108-Ausgleich vergab auf der Gegenseite Jalen Williams den Versuch von Downtown. In der zweiten Overtime wurde dann die letzte Minute entscheidend: Wemby wurde bei einem erfolgreichen Dunk von Holmgren gefoult und komplettierte das Three-Point-Play zur 118:114-Führung 1:01 Minuten vor dem Ende. Dann wurde es auf der anderen Seite dramatisch: Caruso vergibt seinen Wurfversuch, Holmgren schnappt sich den Offensiv-Rebound und wird bei seinem Versuch von Devin Vassell geblockt, Jalen Williams schnappt sich den nächsten Offensiv-Rebound und trifft ebenfalls nicht. Auf der Gegenseite flog stattdessen Wembanyama mit einem Alley-Oop-Dunk nach Assist von Stephon Castle ein und traf zum 120:114. Direkt danach war der Franzose wieder auf der Gegenseite aktiv indem er den Wurfversuch von Jalen Williams erfolgreich blockte. Die Thunder mussten nun foulen, Dylan Harper behielt die Nerven und verwandelte beide Freiwürfe zum 122:114. Anschließend wurde Alex Caruso noch von Julian Champagnie beim Dreierversuch gefoult, er war aber nur bei einem Freiwurf erfolgreich was natürlich zu wenig war.
Die Spurs landen durch ein 122:115 nach Double-Overtime den ersten Sieg dieser Serie, fügen den Thunder die erste Niederlage im neunten Playoff-Spiel dieses Jahres zu und schnappen sich auch noch den Heimvorteil.
Der Blick in die Boxscore: Wembanyama (41P/24R/3A/3B, jüngster Spieler aller Zeiten mit 40P/20R in einem Playoff-Spiel) mit einer unfassbaren Performance, Harper (24P/11R/6A/7Stl, letzteres sind ein neuer Playoff-Rekord für San Antonio) und Castle (17P/6R/11A) füllten die Lücke des verletzt fehlenden De’Aaron Fox perfekt.
Und die Thunder? Bei OKC scorten nur drei Akteure zweistellig, insgesamt gingen 81 der 115 Punkte auf das Konto des Trios Caruso/Jalen Williams und Gilgeous-Alexander. Aus deutscher Sicht: Isaiah Hartenstein für die Thunder mit zwei Punkten (0-1 FG, 2-2 FT), zwei Rebounds, zwei Assists und zwei Blocks in zwölf Minuten.
Ergebnis vom Montag:
#2 San Antonio Spurs @ #1 Oklahoma City Thunder 122:115 (2OT)
SAS: Wembanyama 41P/24R/3A/3B, Harper 24P/11R/6A/7Stl, Castle 17P/6R/11A
OKC: Caruso 31P (8-14 3P), Jal. Williams 26P/7R/3A, Gilgeous-Alexander 24P/3R/12A/5Stl
Playoff-Stand: SAS leads 1-0
Am heutigen Dienstag folgt dann auch schon der Auftakt der East Finals, wo die beiden Top-Seeds schon gescheitert sind. Das hat zur Folge, dass nun die an dritter Stelle gesetzten Knicks den Heimvorteil gegen die Cavs inne haben. Die Knicks schalteten auf dem Weg in diese Serie zunächst die Hawks in sechs Spielen aus und sweepten anschließend die Sixers mit einer teils irren Deutlichkeit (nur einer der sieben Siege war nicht mit einer zweistelligen Differenz, viermal mit mindestens 29 Punkten Differenz) und gehen das Ganze nach mehr als einer Woche Pause ausgeruht an. Das trifft überhaupt nicht auf die Cavs zu, die sowohl gegen die Raptors als auch gegen die Pistons über die volle Distanz gingen und nur einen Tag spielfrei hatten. Während der Regular Season gab’s drei Duelle: Ende Oktober und am Christmas Day gewannen die Knicks ihre Heimspiele, Ende Februar folgte dann ein Cavs-Sieg auf eigenem Parkett. Die Knicks gehen favorisiert in diese Serie, nicht zuletzt durch die bisherigen Eindrücke der Postseason sowie ihre Heimstärke, allerdings hat Cleveland bewiesen wie zäh man als Gegner sein kann.
Vorschau auf Dienstag (MESZ):
02:00 Uhr: #4 Cleveland Cavaliers @ #3 New York Knicks (East Finals Game 1, 0-0)
Amazon Prime überträgt live.